Tadej Pogacar krönt sich mit fünftem Tour-Sieg – Gleichstand mit Legenden
Pogacar holt fünften Tour-Sieg – Gleichstand mit Legenden

Mit seinem fünften Gesamtsieg bei der Tour de France hat sich Tadej Pogacar endgültig in den Olymp des Radsports gefahren. Der Slowene steht nun auf einer Stufe mit den Legenden Eddy Merckx, Jacques Anquetil, Bernard Hinault und Miguel Indurain. Auf der Schlussetappe in Paris musste er sich jedoch Mathieu van der Poel geschlagen geben, der nach einer furiosen Attacke am Montmartre knapp die Nase vorn hatte.

Historischer Gleichstand mit den Größten

Pogacar beherrschte die 111. Tour de France von Barcelona bis Paris auf außergewöhnliche Weise. Fünf Etappensiege und ein Vorsprung von sechs Minuten auf den Zweitplatzierten Remco Evenepoel unterstrichen seine Dominanz. „Ich glaube nicht, dass er sich damit begnügen wird, mit mir und den anderen Champions gleichzuziehen. Bald wird er unseren Rekord an Tour-Siegen brechen“, urteilte Eddy Merckx gegenüber der „Gazzetta dello Sport“. Pogacar selbst zeigte sich bescheiden: „Ich habe nicht das Gefühl, dass ich seit 2024 wesentlich stärker geworden bin. Aber ich habe mehr Erfahrung; kleine Dinge verbessern sich nach wie vor. Es kommt auf die Details an.“

Dominanz in den Bergen

Besonders beeindruckend war Pogacars Leistung auf der 14. Etappe nach Alpe d’Huez. Er pulverisierte den 31 Jahre alten Rekord von Marco Pantani, indem er die 13,8 Kilometer lange Serpentinenstraße in 35:26 Minuten bewältigte – bei einem Schnitt von über 23 km/h. Dies war 1:24 Minuten schneller als Pantani 1995. Zuvor hatte er bereits am Col du Tourmalet eine neue Bestzeit aufgestellt. „Rekorde interessieren mich nicht, es geht mir um den Sieg“, sagte Pogacar.

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Doping-Debatte und Kritik

Trotz dieser übermenschlichen Leistungen bleibt der Radsport von Dopingvorwürfen überschattet. Pogacar selbst unterzieht sich bereitwillig den strengen Kontrollen. „Angesichts der langen Doping-Geschichte ist es eben auch so, dass ich als Sportler, wenn ich mich diesem strengen Kontrollsystem unterwerfe, sagen kann: Schaut her, ich bin sauber. Ich lasse mich jederzeit testen“, erklärte Eva Bunthoff von der Nationalen Anti Doping Agentur Deutschland (NADA). Die nächtlichen Kontrollen sorgten jedoch für Unmut, insbesondere als der Zweitplatzierte Jonas Vingegaard nach einer Kontrolle um 2 Uhr morgens schwer stürzte und die Tour aufgeben musste. Pogacar zeigte Mitgefühl mit seinem Rivalen.

Zukunft und Rekordjagd

Mit nunmehr 26 Tour-Etappensiegen rangiert Pogacar hinter Mark Cavendish (35), Eddy Merckx (34) und Bernard Hinault (28). Der Sieg auf der Schlussetappe blieb ihm knapp verwehrt – ein kleiner Schönheitsfehler vor seiner großen Krönung im Schatten des Arc de Triomphe. Doch die Radsportwelt blickt bereits gespannt auf die kommenden Jahre. Supertalente wie Isaac del Toro und Paul Seixas drängen nach, doch Pogacar scheint unantastbar. „Er ist ein gefräßiges Monster, aber auch ein großer Champion“, resümierte die Presse. Eine Fortsetzung seiner Herrschaft scheint nur eine Frage der Zeit.

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