Sommerzeit ist Badezeit: Die Temperaturen steigen, Kinder planschen glücklich im Wasser, die Eltern sind entspannt. Doch innerhalb von Sekunden kann sich dieser Badespaß als Albtraum entpuppen. Mit diesen Tipps vermeiden Sie und Ihre Familie ein Unglück im und am Wasser.
Kind immer in Griffnähe halten
Ihren Nachwuchs in Sichtnähe zu haben, ist nicht ausreichend! Wenn das Kind mit dem Kopf unter Wasser gerät, verliert es die Orientierung und kann sich in den meisten Fällen nicht selbst aufrichten. Es schreit dann nicht und wedelt nicht mit den Armen. Daher gilt: Seien Sie immer so dicht am Kind, dass Sie jederzeit zugreifen können. Das gilt auch für das Baden im See, Pool oder in einem flachen Teich.
Schwimmflügel bieten keinen vollständigen Schutz
Kinder, die nicht schwimmen können, sollten Schwimmflügel tragen und nur bis zum Bauch ins Wasser gehen. Aber Vorsicht: Die Aufblasflügel schützen nicht vor dem Ertrinken! Sobald ein Kind mit Schwimmflügeln in Rücken- oder Bauchlage kommt, kann der Kopf leicht unter Wasser geraten. Die Schwimmhilfen ersetzen niemals die Aufsicht durch einen Erwachsenen.
Buddeln in Wassernähe vermeiden
Wichtig am Strand: Kinder sollten nicht in der Nähe der Wasserlinie buddeln. Kommt die Flut, können sie dabei unbemerkt eingekreist werden. Zudem ist der Boden weich, sodass Kinder einsinken oder stürzen können.
Flaggen-Signale der DLRG beachten
Gelbe Flagge heißt: Gefahr, insbesondere für Kinder und Nichtschwimmer. Rot: absolute Lebensgefahr! An Nordseestränden (mit Ebbe und Flut) stehen Badezeiten auf Schildern. Meiden Sie Badeplätze an Buhnen oder Steinwällen – hier sind gefährliche Strömungen möglich.
Sieben Profi-Tipps für sicheres Baden
Michael Dietel ist Sprecher von Bäderland Hamburg, dem Betreiber aller öffentlichen Bäder der Hansestadt. Hier lesen Sie sieben hilfreiche Tipps vom Profi, damit bei der sommerlichen Abkühlung neben dem Spaß die Sicherheit nicht zu kurz kommt.
1. Vor dem Baden unbedingt abkühlen
Bevor es ins kalte Wasser geht, sollten Sie sich vorher abkühlen. Das geht im Frei- oder Schwimmbad am besten mit verfügbaren Duschen. Am Meer oder am See kann eine Katzenwäsche hilfreich sein.
2. Wasser ist kein Ort für Leichtsinn
„Die größten Gefahren gehen entweder von Übermut, falscher Selbsteinschätzung, schlechten Schwimmkenntnissen oder mangelnder Vertrautheit mit der Badestelle aus“, sagt Michael Dietel.
3. Verborgene Risiken in Seen nicht unterschätzen
Weil meist nicht einsehbar ist, was sich unter der Oberfläche verbirgt, können Badeseen einige Gefahren bieten. Schlingpflanzen, nicht absehbare Tiefen oder kalte Strömungen können ein Risiko bedeuten.
4. Strömungen, Unterströmungen, Soge und Gezeitenkräfte beachten
Selbst erfahrene Schwimmer können bei starken Strömungen in die Bredouille geraten. Michael Dietel warnt: „Vor allem wo Schiffe fahren, sollte das Wasser gemieden werden. Denn in ihrem Umfeld entstehen leicht gefährliche Heckwellen und Rückströmungen.“
5. Viel Luft – wenig Sicherheit
„Wer sich auf einer Luftmatratze, einem Schlauchboot oder Ähnlichem aufhält, kann leicht abtreiben. Besondere Vorsicht gilt hier für Nichtschwimmer:innen“, erklärt der Sprecher von Bäderland. Trotz des sicheren Gefühls sollten Kinder Luftmatratzen, Schwimmflügel und Ähnliches immer nur unter Aufsicht nutzen.
6. Sprünge ins Unbekannte vermeiden
Vor allem in Seen und im Meer können Sprünge gefährlich sein. Dietel warnt: „Wer in ein unbekanntes Gewässer springt, spielt mit seiner Gesundheit und seinem Leben. Das gilt vor allem für Kopfsprünge im Uferbereich oder im Flachwasser.“
7. Schutz vor Sonne und Gewitter
Baden im Sommer macht besonders Spaß. Doch wegen der hohen Sonneneinstrahlung ist Eincremen Pflicht, und das auch im Schatten. Bei (nahendem) Gewitter sollte das Wasser unbedingt verlassen werden: Baden ist bei dieser Wetterlage lebensgefährlich.



