Van Almsick: Strukturen hinterfragen
Die frühere Weltklasse-Schwimmerin Franziska van Almsick hat grundlegende Veränderungen im deutschen Sport gefordert. Ihrer Ansicht nach reiche es nicht mehr, an einzelnen Stellschrauben zu drehen oder neue Ideen auf alte Strukturen zu setzen. „Genau das machen wir aber seit Jahren“, sagte die 48-jährige stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Sporthilfe gegenüber „Web.de News“.
Trainer als Schlüsselfaktor
Van Almsick betonte, man sei an einem Punkt angelangt, an dem die gesamten Strukturen hinterfragt werden müssten. Viele schreckten jedoch davor zurück. Sie sieht den Schlüssel zum Erfolg vor allem bei den Trainern. „Wir sollten endlich anfangen, Trainer ernst zu nehmen“, so die ehemalige Weltmeisterin.
Einjahresverträge für Trainer – ein Hindernis
Während die Sporthilfe Athletinnen und Athleten unterstütze, müssten sich Trainer oft von Einjahresvertrag zu Einjahresvertrag hangeln. Das führe dazu, dass Top-Trainer ins Ausland abwanderten, etwa in die Niederlande oder nach Australien. Dort erhielten sie mehr Anerkennung, Planungssicherheit und bessere Perspektiven.
Geld ist nicht das Problem – die Umsetzung schon
Van Almsick, die seit 2021 im Aufsichtsrat der Sporthilfe tätig ist und in ihrer Karriere olympische Medaillen gewann, wies darauf hin, dass Deutschland über starke Köpfe, gute Ideen und ausreichend finanzielle Mittel verfüge. „Das Problem ist nicht, dass uns die Möglichkeiten fehlen. Wir setzen sie nur nicht richtig ein“, sagte sie. Ihre Forderungen kommen zu einer Zeit, in der der deutsche Spitzensport international zunehmend unter Druck gerät.



