Wimbledonsiegerin Vondroušová wegen verweigertem Dopingtest vier Jahre gesperrt
Vondroušová wegen Dopingtestverweigerung vier Jahre gesperrt

Die frühere Wimbledon-Siegerin Markéta Vondroušová ist von der International Tennis Integrity Agency (ITIA) für vier Jahre gesperrt worden. Grund ist die Verweigerung eines Dopingtests im Dezember 2025. Die Sperre gilt bis zum 21. Juni 2030, wie die ITIA mitteilte. Vondroušová kann gegen das Urteil Berufung einlegen.

Verweigerter Test wird wie positiver Test gewertet

Laut ITIA-Stellungnahme verweigerte Vondroušová am 3. Dezember 2025 gegen 20 Uhr die Abgabe einer Probe, als ein Dopingkontrollbeauftragter (DCO) sie in ihrer Wohnung zu einer außerwettkampflichen Kontrolle aufforderte. Ein verweigerter Test wird von der ITIA wie ein positiver Test bewertet. Die Tschechin hatte den Vorfall im April 2026 eingeräumt und auf Instagram erklärt: „Ich habe so reagiert, wie es jemand tut, der in diesem Moment Angst hatte. Es ging darum, mich sicher zu fühlen, und nicht darum, irgendetwas zu vermeiden.“

Angststörung als Begründung

Vondroušovás Anwälte führten in der Anhörung eine diagnostizierte Angststörung und eine akute Stressreaktion an. Die Spielerin selbst schrieb, sie habe „lange mit Verletzungen, ständigem Druck und Schlafproblemen“ gekämpft. Zudem hätten „jahrelange hasserfüllte Nachrichten und Drohungen dazu geführt, dass ich mich in meinem eigenen Zuhause nicht mehr sicher fühle“. Sie verwies auch auf die Messerattacke auf ihre frühere Kollegin Petra Kvitová im Jahr 2016, bei der ein als Handwerker getarnter Mann Kvitová in ihrer Wohnung angriff und verletzte. „Nach dem, was mit Petra passiert ist, nehmen wir Fremde an unserer Tür nicht mehr auf die leichte Schulter“, so Vondroušová.

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ITIA weist Argumentation zurück

ITIA-Vorstandsvorsitzende Karen Moorhouse erklärte: „Wir sind uns bewusst, dass die Dopingkontrollen für die Spieler unangenehm sind und eine zusätzliche Belastung darstellen. Ihr Beruf ist ohnehin schon mit hohem Druck und großer Aufmerksamkeit verbunden.“ Die Kontrolleure trügen jedoch stets einen Ausweis bei sich und könnten ihre Identität nachweisen. Unangekündigte Tests seien unerlässlich für die Integrität des Sports. Das Tribunal folgte dieser Argumentation und wies die Einwände von Vondroušovás Seite zurück.

Karriereknick nach Wimbledon-Triumph

Vondroušová hatte 2023 überraschend als ungesetzte Spielerin in Wimbledon triumphiert. Zuletzt sagte sie ihre Teilnahme an den Australian Open im Januar 2026 wegen einer Schulterverletzung ab und pausierte seitdem. Mit der Sperre ist ihre Karriere vorerst beendet. Die 26-Jährige kann jedoch noch Berufung beim Internationalen Sportgerichtshof CAS einlegen, wie die ITIA mitteilte.

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