Madonna, 67, hat die Popwelt mehrfach neu erfunden – doch auf Instagram hält sie es keine zehn Minuten aus. Im „Interview Magazine“ erklärt die „Queen of Pop“ kurz vor der Veröffentlichung ihres neuen Albums „Confessions II“, warum sie sich bewusst aus den sozialen Medien zurückzieht. „Wenn ich länger als zehn Minuten auf Instagram bin, werde ich depressiv“, zitiert das Magazin die Sängerin. Sie verstehe nicht, warum sie einer „nicht existierenden Entität“ Macht über ihre Seele, ihr Selbstbild und ihre Weltsicht geben solle.
Analoge Rituale statt Doomscrolling
Statt auf Smartphone und Apps setzt Madonna auf analoge Praktiken: Sie schreibe drei Tagebücher pro Woche – von Hand. Im Studio singe sie dann vom Blatt. „Die Verbindung zwischen Geist und Hand ist Teil der Seele. Das kann eine SMS nie leisten“, betont sie. Ihr Aufwachsen ohne Fernseher und ihre späte, bewusste Distanz zu Social Media seien kein Defizit gewesen, sondern ein Geschenk.
Widerspruch zwischen Aussage und digitaler Präsenz
Allerdings fällt es schwer, Madonnas angebliches Desinteresse an Digitalem zu glauben. Denn trotz ihrer Skepsis hat sie nie den Puls der Zeit verloren: Sie geht live mit angesagten Content Creatorn, wurde bereits von Instagram geblockt, weil sie zu oft gegen die Plattformregeln verstoßen haben soll, und lädt auf TikTok Videos von ihren Dance-Challenges hoch. Zur Veröffentlichung von „Confessions II“ sprach sie auf YouTube mit queeren Menschen über Sex und bewarb das Album auf der Dating-App Grindr. Im Herzen vielleicht analog, aber digital mehr als präsent.
Disziplin als Schlüssel
Madonna selbst sieht darin keinen Widerspruch. Sie betont die Disziplin, die es brauche, um sich nicht von der digitalen Welt vereinnahmen zu lassen. Die 67-Jährige, die sich mehrfach neu erfunden hat, bleibt sich treu: Sie nutzt die Plattformen strategisch für ihre Kunst, lässt sich aber nicht von ihnen definieren. „Doomscrolling? Nicht mit mir“, sagt sie.



