Sie bleibt für immer in ihren geliebten Bergen. Die Leiche der verstorbenen Biathlon-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier (†31) war nach ihrem dramatischen Kletter-Unfall vor einem Jahr nicht aufzufinden. Nun erklärt Dahlmeiers Mutter, warum ihre Laura im Berg bleibt.
Mutter Susi Dahlmeier: Ein schöner Friedhof
Susi Dahlmeier sagte Ende Februar bei der Feier zur Benennung des „Laura-Dahlmeier-Park“ in Garmisch-Partenkirchen, der Heimat der zweimaligen Olympiasiegerin: „Ich glaube, das ist der schönste Friedhof, den es für die Laura gibt. Verschmolzen mit dem Herzen der Berge. Das war sie und das ist sie.“ Die öffentliche Benennung des Parks würdigte Dahlmeiers sportliche Erfolge und ihre Verbundenheit mit der Natur.
Vater Andreas spricht erstmals
Lauras Vater, Andreas Dahlmeier, sprach im Oktober 2025 erstmals öffentlich über den Tod seiner Tochter. In einem Interview mit dem SPIEGEL sagte er damals: „Wir hätten Laura gern nach Hause gebracht. Aber es war nicht möglich, sie zu holen. Es war nach dem Unfall zu gefährlich. Als Thomas noch mal an den Laila Peak ging, war sie nicht mehr auffindbar.“ Der Vater betonte die schwierigen Umstände in großer Höhe, die jede Bergungsaktion unmöglich machten.
Thomas Huber über den Bergungsversuch
Auf Wunsch der Dahlmeier-Eltern hatte Kletter-Star Thomas Huber (59) im September zusammen mit dem US-Alpinisten Tad McCrea einen Bergungsversuch unternommen. Aufgrund der extremen Verhältnisse vor Ort – steile Felswände, instabiles Gelände und ständige Steinschlaggefahr – konnte zunächst kein Versuch unternommen werden, an die Unfallstelle vorzudringen. Im Gespräch mit dem SPIEGEL sagte Huber, dass sie Dahlmeiers Leichnam an der Unfallstelle nicht gefunden hätten. Nun sagt Huber der „Deutschen Presse-Agentur“: „Es fühlt sich manchmal an, als wäre es erst gestern gewesen, und sie ist immer noch in unserem Leben, so präsent. Es ist wie so ein Echo, das nachhallt, ihre Stimme und das, was sie gesagt hat. Das sollte allen eigentlich Mut geben, das Leben zu leben.“
Der Unfall am Laila Peak
Dahlmeier war am 28. Juli 2025 bei einem Kletterunfall am Laila Peak im pakistanischen Karakorum-Gebirge ums Leben gekommen. Sie befand sich mit ihrem Seilpartner im Abstieg auf etwa 5700 Metern Höhe, als sie von herabstürzenden Felsen getroffen wurde und tödliche Verletzungen erlitt. Eine Bergung ihres Leichnams war aufgrund der gefährlichen Bedingungen nie möglich. Der Gipfel des Laila Peak gilt als anspruchsvolles Ziel, das nur erfahrene Bergsteiger besteigen. Dahlmeier, die sich nach ihrer aktiven Biathlonkarriere dem Bergsteigen zugewandt hatte, war bekannt für ihre Leidenschaft für die Alpen und die hohen Berge der Welt. Ihr Tod hinterließ eine tiefe Lücke in der Sportwelt und bei ihren Angehörigen. Der Gedenkpark in Garmisch-Partenkirchen soll nun ein Ort des Erinnerns und der Einkehr werden, ganz im Sinne der Verstorbenen.



