Hamburger Start-up Zellerfeld: 3D-gedruckte Sneaker erobern mit Promi-Power die Welt
Zellerfeld: 3D-Sneaker aus Hamburg erobern die Welt

Vom Studentenprojekt zur globalen Sneaker-Revolution: Zellerfeld druckt die Zukunft

Was als Hobby eines leidenschaftlichen Sneaker-Fans in einer Studentenbude begann, entwickelt sich zu einer weltweiten Bewegung in der Schuhindustrie. Das Hamburger Unternehmen Zellerfeld produziert mittlerweile mit mehreren hundert 3D-Druckern individuell angepasste Turnschuhe und arbeitet mit internationalen Stars zusammen.

Die Anfänge: Eine Leidenschaft wird zum Geschäftsmodell

Cornelius Schmitt, Gründer und CEO von Zellerfeld, startete 2015 mit ersten Experimenten in Clausthal-Zellerfeld. „Ich hab' gar nicht darüber nachgedacht, das irgendwie als Geschäft aufzubauen. Das war einfach ein Hobbyprojekt als Student. Ich liebe Schuhe“, erinnert sich der heute 30-Jährige. Aus dieser Begeisterung entstand eine Plattform, auf der Designer ihre Kreationen drucken lassen können – ohne Lizenzgebühren und mit einer 60:40-Gewinnbeteiligung zugunsten der Kreativen.

Prominente Unterstützung und wachsende Datenbank

Die Liste der Zellerfeld-Träger liest sich wie ein Who-is-who der internationalen Prominenz:

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  • Ex-Basketball-Star Shaquille O'Neal mit speziellen Größe-60-Modellen
  • Sänger Justin Bieber als früher Unterstützer
  • Musiker wie Drake und Will.i.am

„Das war schon verrückt, als Justin Bieber die Schuhe von uns getragen hat. Da merkt man schon, dass wir da irgendwie einen guten Nerv getroffen haben“, so Schmitt. Parallel wächst die Datenbank auf über 1.000 verschiedene Sneaker-Modelle von Designern weltweit.

Innovative Produktion: Vom Kunststofffaden zum perfekten Schuh

Während traditionelle Turnschuhe aus bis zu 30 verschiedenen Materialien bestehen, verwendet Zellerfeld nur einen speziellen Kunststofffaden – den patentierten „Zellerfoam“. Durch variable Verdichtung entsteht ein atmungsaktives Material, das sich wie Textil anfühlt. „Wir sagen immer, das sind die atmungsaktivsten der Welt, weil alle diese kleinen Löcher, die man da sieht, sind alles kleine Poren“, erklärt Schmitt.

Die Produktion revolutioniert herkömmliche Abläufe:

  1. Kunden fotografieren ihre Füße neben einem DIN-A4-Blatt
  2. Die Software errechnet die perfekte Passform
  3. Innerhalb von 12-24 Stunden entsteht ein individueller Schuh
  4. Lieferung erfolgt innerhalb weniger Tage

Massive Expansion und ambitionierte Ziele

Zellerfeld expandiert aktuell mit Nachdruck:

  • Über 200 3D-Drucker in Hamburg, geplant sind bis zu 2.000 bis Ende 2026
  • Zweite Produktionshalle in den USA mit hunderten weiteren Druckern
  • Ziel: Eine Million Schuhe im Jahr 2026 produzieren
  • Produktionskosten sollen auf 10-20 Euro pro Paar sinken

„Und so wollen wir Stück für Stück wirklich jeden Fuß der Welt erobern“, formuliert Schmitt seine Vision. Der Unternehmer ist überzeugt, dass traditionelle Schuhgeschäfte bald überflüssig werden, wenn jeder perfekt passende Schuhe im Lieblingsdesign drucken lassen kann.

Branchenreaktionen und weitere Innovationen

Der Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie zeigt sich zurückhaltend. „Ob sich ganze Schuhe mit Blick auf die vielen Materialien und Nutzungen für die 3D-Technologie eignen, sei strittig und aus unserer Sicht noch nicht ausgereift“, sagt Torben Schütz, stellvertretender Hauptgeschäftsführer. Die Technologie sei aktuell noch sehr kostenintensiv.

Doch Zellerfeld arbeitet bereits an nächsten Schritten:

  • Erste mehrfarbige 3D-gedruckte Schuhe mit Nike entwickelt
  • Orthopädisch angepasste Fußbetten in Planung
  • Weitere Materialinnovationen in der Forschung

Was als Studentenprojekt begann, entwickelt sich zu einer ernsthaften Herausforderung für die etablierte Schuhindustrie. Mit Promi-Unterstützung, innovativer Technologie und globalen Ambitionen schreibt Zellerfeld aus Hamburg gerade Sneaker-Geschichte.

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