RFA One startet im Sommer: Deutsche Rakete greift nach den Sternen
RFA One: Deutsche Rakete startet im Sommer ins All

RFA One: Deutsche Rakete soll im Sommer zum ersten Testflug starten

Während die NASA mit Artemis II eine neue Mondmission plant und US-Unternehmen wie SpaceX fast täglich Raketen ins All schicken, bereitet sich auch Deutschland auf einen bedeutenden Schritt in der Raumfahrt vor. Das Augsburger Unternehmen Rocket Factory Augsburg (RFA) steht kurz vor einem wichtigen Meilenstein: Die Trägerrakete RFA ONE soll im Sommer ihren ersten Testflug absolvieren. Damit will Deutschland nicht nur über das Ariane-Programm der ESA, sondern auch durch private Initiativen seine Präsenz im Weltraum ausbauen.

Innovative Fertigung: Raketenbau wie in der Automobilindustrie

Die RFA ONE ist eine 30 Meter hohe, dreistufige Rakete, die Nutzlasten von bis zu 1300 Kilogramm in verschiedene Erdumlaufbahnen transportieren kann. Was das Unternehmen besonders macht, ist sein innovativer Fertigungsansatz. Statt auf teure Spezialkomponenten zu setzen, nutzt RFA Serienfertigung, standardisierte Industriekomponenten und kostengünstige Materialien. Dazu gehören Edelstahl aus der Getränkeindustrie, Steckverbinder aus dem Automobilbereich und Ventile für Schweißroboter.

„Wir bauen Raketen wie Autos“, lautet das Motto des Unternehmens. Dieser Ansatz ermöglicht nicht nur eine bessere Kostenkalkulation für Kunden, sondern auch deutlich günstigere Starts. Während ein Weltraumtransport mit SpaceX etwa 70 Millionen Dollar kostet, peilt RFA lediglich rund 10 Millionen Dollar pro Start an. Zudem können Kunden ihre Satelliten schneller in den Orbit bringen, ohne auf größere Sammelstarts warten zu müssen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Rückschlag und neue Pläne: Der Weg in den Orbit

Das Unternehmen musste 2024 einen Rückschlag hinnehmen, als bei einem Erststufentest vom neuen Weltraumbahnhof in Schottland Teile der Rakete explodierten. Doch RFA gibt nicht auf. „In den kommenden Wochen soll die Rakete für einen ‚Static Fire‘-Triebwerkstest am Boden fertig werden. Im Sommer wollen wir den ersten Testflug starten“, erklärt Jonas Kellner (33) von RFA. Der Start soll von einer Rampe in Schottland aus erfolgen.

Bei RFA arbeiten rund 300 Menschen aus etwa 45 Nationen an der Verwirklichung dieser Vision. Das Unternehmen hat bereits spannende Pläne für die Zukunft. Neben klassischen Transporten ins All arbeitet man an einer Weltraumplattform namens „Redshift“, die längere Zeit im Orbit bleiben kann. „Redshift könnte Aufgaben wie die Betankung von Raumfahrzeugen oder den Abtransport von Weltraumschrott übernehmen“, so Kellner.

Deutschland auf dem Weg zur Weltraumnation

Die Politik hat erkannt, wie wichtig eine unabhängige und flexible Raumfahrt für Europa und Deutschland ist. „Es wird gerade stark investiert, und es gibt Programme vom DLR, der ESA sowie vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt“, betont Kellner. Dies sei entscheidend für Verteidigung, sichere Kommunikation und kritische Infrastruktur.

Langfristig denkt RFA auch über Missionen jenseits des Erdorbits nach. „Absolut. Solange der Bedarf bei DLR oder ESA da ist und Programme ausgeschrieben werden. Unser oberstes Ziel ist nun erstmal, es in den Erdorbit zu schaffen. Die Vision, von Europa aus weiter wegzufliegen, ist aber definitiv da“, so Kellner. Damit könnte Deutschland bald nicht nur Satelliten ins All bringen, sondern auch an anspruchsvolleren Weltraummissionen teilnehmen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration