Amazon Prime Video hat den Thriller „Deadly Patient – Tödlicher Patient“ nach massiver Kritik an der deutschen Synchronisation vorläufig aus dem Angebot genommen. Zuschauer hatten die emotionslose Sprechweise und unnatürliche Dialoge verspottet und vermuten den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) statt professioneller Synchronsprecher.
Spott und Häme im Netz
Der bereits 2018 produzierte Film war erst vor wenigen Wochen bei Prime Video erschienen. Kurz darauf häuften sich auf Plattformen wie Instagram spöttische Kommentare über die deutsche Fassung. Das Branchenportal „Filmstarts“ berichtete ebenfalls über die auffällige Vertonung. Besonders Dialogzeilen wie „Ich sollte da gestorben haben“ oder der Austausch „Liebe dich“ – „Ich weiß“ – „Geh weg“ sorgten für Gelächter statt Spannung.
Eine offizielle Bestätigung, dass KI verwendet wurde, gibt es bislang nicht. Ein Dementi liegt jedoch ebenfalls nicht vor. Viele Nutzer sind überzeugt, dass hier keine echten Sprecher am Werk waren.
Review Bombing: 95 Prozent Ein-Stern-Bewertungen
Die Welle der Kritik machte auch vor der Amazon-Seite nicht halt. Kunden vergeben massenhaft schlechte Bewertungen – ein klassisches Review Bombing. Mit Stand vom 7. Juli 2026 entfielen rund 95 Prozent aller Bewertungen auf lediglich einen Stern. Der Film stürzte auf eine Durchschnittsbewertung von nur 1,1 von 5 Sternen ab.
Amazon erklärte gegenüber BILD, die deutsche Synchronisation habe nicht den Qualitätsstandards des Streamingdienstes entsprochen. Der Film sei über das Self-Publishing-Angebot „Prime Video Direct“ von einem externen Anbieter eingestellt worden. Den Namen des Unternehmens nannte Amazon nicht, laut „Filmstarts“ soll es sich um Reel One International handeln.
Amazon prüft Inhalte – aber nicht gründlich genug?
Prime Video betont, dass entsprechende Inhalte grundsätzlich geprüft werden. Warum die mangelhafte Synchronisation dennoch freigegeben wurde, bleibt offen. Das Unternehmen entfernte den Film „vorerst“ aus dem Angebot. Inzwischen sollen weitere Filme desselben Anbieters mit ähnlichen Problemen entdeckt und ebenfalls entfernt worden sein.
Das Thema dürfte nicht erledigt sein: Amazon testet seit 2025 selbst KI-Synchronisationen. Der Vorfall zeigt die Risiken, wenn Technologie ohne ausreichende Qualitätskontrolle eingesetzt wird.



