Apple unternimmt einen neuen Versuch, Künstliche Intelligenz massiv in den Alltag seiner Nutzer zu integrieren. Im Zentrum steht eine verbesserte Version der Sprachassistentin Siri, die mit KI-Funktionen ausgestattet wird und direkt mit ChatGPT und ähnlichen Diensten konkurrieren soll. Bereits vor zwei Jahren hatte der iPhone-Konzern KI-Funktionen für Siri angekündigt, die jedoch nie eingeführt wurden, da sie nach eigenen Angaben nicht zuverlässig genug funktionierten.
Neue Siri-App und persönlicher Kontext
Software-Chef Craig Federighi betonte, dass aus Apples Sicht "wirklich hilfreiche KI" auf die Bedürfnisse der Nutzer zugeschnitten sein müsse. Das bedeute, dass Künstliche Intelligenz in die täglich genutzten Produkte integriert werde und den persönlichen Kontext jedes Nutzers kenne. Siri, die vor rund 15 Jahren als Sprachassistentin auf Apple-Geräte kam, erhält für die neuen Funktionen eine eigenständige App.
In einer aufgezeichneten Demonstration zeigte Apple-Manager Mike Rockwell, wie die neue Siri den Termin des nächsten Konzerts einer Musikerin in der Nähe sowie Informationen zum Ticketverkauf heraussuchen, eine Erinnerung erstellen und anschließend auf Wunsch einen ihrer neuen Songs abspielen kann.
Verfügbarkeit und Sprachen
Zunächst wird die neue KI-Siri nur auf Englisch angeboten. Weitere Sprachen sollen laut Federighi "schnell" folgen. In der Europäischen Union wird "Siri AI" vorerst generell nicht auf iPhones und iPads verfügbar sein.
Datenschutz als Versprechen
Apple betont, dass der Datenschutz garantiert sei, da die Anfragen auf den Geräten bearbeitet werden und nicht für den Konzern einsehbar seien. Federighi erlaubte sich einen Seitenhieb gegen Unternehmen, die in einem Wettlauf "KI im Namen von KI" verfolgten und dabei nicht die Interessen der Nutzer beachteten. Für einen Teil der neuen Funktionen greift Apple unter der Haube auf die "Gemini"-KI-Modelle von Google zurück.
Zwei Jahre Verzögerung
Während Apple mit den Siri-Problemen kämpfte, überboten sich Google als Entwickler des konkurrierenden Betriebssystems Android und der große iPhone-Rivale Samsung mit Ankündigungen immer neuer KI-Assistenzfunktionen. Gemessen daran wirkte Apple im Rückstand – den Kunden schien das jedoch egal zu sein. Die Verkäufe der Apple-Geräte stiegen weiter, und das iPhone schubste Samsung nach vielen Jahren vom Smartphone-Thron.
Es ist die letzte WWDC für Tim Cook als Konzernchef. Im September soll der bisher für Geräte zuständige Top-Manager John Ternus die Führung übernehmen.



