Google verbessert die Transparenz von Werbeanzeigen: Der Konzern führt eine neue Kennzeichnung für Anzeigen ein, die mit künstlicher Intelligenz erstellt oder bearbeitet wurden. Das gilt für Werbung in der Google-Suche, auf YouTube und in Google Discover. Nutzer können über das Drei-Punkte-Menü oder das Info-Symbol einer Anzeige das „Mein Anzeigen-Center“ öffnen. Dort zeigt der neue Bereich „Wie diese Anzeige erstellt wurde“ an, ob die Werbung „mit KI erstellt oder bearbeitet“ wurde. Google rollt die Funktion nach eigenen Angaben weltweit aus.
Schwachstelle bei externen KI-Tools
Doch die neue Transparenz hat einen Haken. Nutzt ein Werbetreibender Googles eigene KI-Werkzeuge, wird die Kennzeichnung automatisch gesetzt. Anders sieht es bei externen Programmen wie Midjourney oder DALL-E aus: Hier müssen Werbetreibende selbst angeben, dass KI zum Einsatz kam. Eine Kontrolle dieser Angaben plant Google nicht. Das bedeutet: Wer verschweigen möchte, dass eine Anzeige mit KI erstellt wurde, könnte dies offenbar weiterhin tun. Die Kennzeichnung basiert in vielen Fällen also auf freiwilligen Angaben – und genau das sorgt für Kritik.
EU verschärft Regeln
Die Einführung kommt zu einem brisanten Zeitpunkt. Im August treten weitere Transparenzvorgaben des europäischen KI-Gesetzes (AI Act) in Kraft. In der EU sowie in einigen weiteren Regionen soll das KI-Label deshalb künftig direkt auf der Werbung erscheinen – entweder automatisch oder auf Basis der Angaben des Werbetreibenden. Auch andere Plattformen setzen inzwischen auf ähnliche Hinweise. Meta zeigt bereits ein „AI info“-Label in seinem Werbe-Informationsbereich an. Zudem baut Google den Einsatz von Technologien, die helfen sollen, KI-generierte oder manipulierte Inhalte zu erkennen. Ob die neue Werbekennzeichnung ihr Ziel erreicht, hängt jedoch entscheidend davon ab, dass Werbetreibende ihre KI-Nutzung ehrlich offenlegen.



