Donut-kkus: Revolution oder Luftschloss? Finnische Feststoffbatterie verspricht Wunder für E-Autos
Donut-Akku: Wunderbatterie für E-Autos oder Schwindel?

Donut-Akku: Die Wunderbatterie, die alles ändern könnte

Die globale Batteriebranche ist in Aufruhr: Ein kleines finnisches Unternehmen namens Donut Lab hat eine Feststoffbatterie entwickelt, die zahlreiche Probleme der Elektromobilität lösen soll. Billig, sicher und extrem leistungsfähig – so lauten die Versprechungen. Doch Experten reagieren mit Skepsis und Misstrauen auf diese Ankündigung.

Die Versprechen des Donut-Akkus

Die Eigenschaften des Energiespeichers lesen sich wie eine Wunschliste der gesamten Branche:

  • Geringes Gewicht bei hoher Energiedichte von 400 Wattstunden pro Kilogramm
  • Rasante Ladezeiten von etwa 10 Minuten für eine Vollladung
  • Extreme Lebensdauer von bis zu 100.000 Ladezyklen
  • Kaum Bedarf an seltenen oder teuren Rohstoffen
  • Höchste Sicherheit durch nicht brennbaren Fest-Elektrolyt

Schon einer dieser Punkte allein wäre bemerkenswert. Alle zusammen würden eine technologische, ökonomische und möglicherweise sogar geopolitische Sensation bedeuten. Eine europäische Technik könnte die starke Abhängigkeit von China bei E-Autobatterien mildern.

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Skepsis in der Fachwelt

Das Problem: Bislang gibt es kaum überprüfbare Daten. Die genannten Zahlen stammen ausschließlich vom Hersteller und sind nicht unabhängig verifiziert. Besonders die angegebene Lebensdauer von 100.000 Ladezyklen lässt Fachleute stutzen – dieser Wert liegt um den Faktor 100 über dem heute Üblichen.

Yang Honqxin, Chef des weltweit zehntgrößten Batterieherstellers Svolt, äußerte sich gegenüber chinesischen Fachmedien deutlich skeptisch und sprach von möglicher Täuschung. Auch in Online-Foren wie Reddit überwiegt die Vorsicht: In Stichproben sind Skeptiker mit 70 bis 80 Prozent klar in der Mehrheit.

Der ungewöhnliche Zeitplan

Was den Donut-Fall besonders macht, ist der kurze Zeitplan. Während andere Unternehmen von ferner Zukunft sprechen, soll die Donut-Batterie bereits in diesem oder spätestens im kommenden Jahr auf der Straße sein – zunächst in E-Motorrädern der Marke Verge.

Diese kurze Timeline könnte bald Klarheit bringen: Entweder stellt sich die Batterie als echter Fortschritt heraus, möglicherweise zunächst in Nischen wie Hochleistungssportwagen oder Motorrädern. Oder sie entpuppt sich als typische „Wunderbatterie“-Erzählung, bei der Superlativen aus günstigen Messbedingungen und Marketingblasen zusammengesetzt werden.

Die Bedeutung für die Elektromobilität

Falls die Versprechen wahr werden, würde der Donut-Akku tatsächlich eine Revolution bedeuten. Schnelles Laden näher am Verbrenner-Tanken, höhere Reichweite bei geringerem Gewicht und deutlich niedrigere Kosten – all das sind Faktoren, die die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen massiv steigern könnten.

Doch Vorsicht ist geboten: „Wunderbatterien“ sind ein wiederkehrendes Phänomen in der Elektromobilität. Häufig handelt es sich um heiße Luft, befeuert von aufmerksamkeitsheischenden Messeauftritten oder anstehenden Finanzierungsrunden.

Die nächsten Monate werden zeigen, ob die E-Mobilität vor einer echten Revolution steht – oder ob nur ein weiteres Unternehmen vor der Pleite steht. Die Batterie-Community wartet gespannt auf den Realitäts-Check.

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