Eine von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eingesetzte Expertengruppe hat empfohlen, den Zugang zu sozialen Medien für Kinder unter 13 Jahren in allen Mitgliedstaaten einzuschränken. Der am Montag in Brüssel vorgestellte Bericht fordert, dass die Nutzung von Plattformen wie Instagram, TikTok oder Snapchat bis zu dieser Altersgrenze nur unter Aufsicht der Eltern oder in einem pädagogischen Kontext erfolgen darf. Zudem soll die tägliche Nutzungsdauer begrenzt werden.
Hintergrund der Empfehlung
Die Experten wurden von Kommissionspräsidentin von der Leyen mit der Erstellung von Leitlinien für den Umgang mit sozialen Medien bei Minderjährigen beauftragt. Der Bericht betont die wachsenden Risiken für die psychische Gesundheit und Entwicklung von Kindern durch unkontrollierte Nutzung digitaler Dienste. Dazu gehören Cybermobbing, Schlafstörungen und die Konfrontation mit ungeeigneten Inhalten.
„Wir müssen Kinder schützen, ohne ihre Teilhabe an der digitalen Welt unnötig einzuschränken“, so ein Sprecher der Expertengruppe. Die vorgeschlagenen Maßnahmen zielen darauf ab, eine Balance zwischen Schutz und Förderung digitaler Kompetenzen zu finden.
Konkrete Vorschläge
Neben der Altersbeschränkung empfehlen die Experten eine stärkere Regulierung von Algorithmen, die bei Kindern suchtartiges Verhalten fördern könnten. Auch sollen Plattformen verpflichtet werden, altersgerechte Inhalte zu kennzeichnen und Eltern wirksame Kontrollwerkzeuge bereitzustellen.
Die Umsetzung der Vorschläge liegt bei den Mitgliedstaaten. Eine EU-weite Regelung wäre rechtlich komplex, da die Zuständigkeit für Bildung und Jugendschutz größtenteils national geregelt ist. Dennoch erhoffen sich die Experten eine Harmonisierung der Standards, um einen einheitlichen Schutz für alle Kinder in der EU zu gewährleisten.



