Die einstige deutsche Traditionsmarke Grundig, einst bekannt für Unterhaltungselektronik und ein Stück Nachkriegs-Wirtschaftswunder, ist zurück – allerdings auf dem E-Bike-Markt. Unter der Führung einer türkischen Holding, die die Markenrechte hält, bringt das Unternehmen Pedelecs auf den Markt, die sich von vielen Konkurrenzprodukten abheben.
Eigenentwicklung aus Europa statt asiatischer Massenware
Während andere Marken ihre E-Bikes oft in Asien einkaufen und nur unter eigenem Label vertreiben, sind die Grundig-Bikes Eigenentwicklungen. Die Fertigung erfolgt in Ungarn, also innerhalb Europas. Das Modell ECB28, das im Frühjahr 2026 auf den Markt kam, ist ein Elektro-Citybike mit soliden Komponenten und einem Einführungspreis von 1.230 Euro, der im Wettbewerb bestehen kann.
Das Tiefeinsteiger-Bike ist ausschließlich in Schwarz erhältlich. Es wirkt solide verarbeitet, ordentlich zusammengeschweißt und sorgfältig lackiert. Es gibt nur eine Rahmengröße, die für Menschen zwischen 1,65 und 1,85 Metern Körpergröße ausgelegt ist. Dank Schnellspanner-Sattel und verstellbarem Vorbau über der Frontgabel mit 50 Millimeter Federweg lässt sich die Sitzposition individuell anpassen.
Ausstattung und Reichweite
Der Gepäckträger kann bis zu 25 Kilogramm tragen, was die Montage von Kindersitzen oder schweren Taschen ermöglicht. Allerdings begrenzen das Pedelec-Eigengewicht von knapp 25 Kilogramm und das maximal zulässige Gesamtgewicht von nur 110 Kilogramm die Zulademöglichkeiten für schwerere Fahrer deutlich. Die 28-Zoll-Räder eignen sich auch für Kies oder Forststraßen, auf Asphalt laufen sie leise und mit wenig Rollwiderstand.
Die Ausstattung ist komplett: Seitenständer, Beleuchtung vorne und hinten, zwei hydraulische Scheibenbremsen und ein recht bequemer Sattel sind serienmäßig. Der Akku ist nach der EU-Batterieverordnung EN 50604-1 zertifiziert, nach oben herausnehmbar und hat eine Kapazität von 468 Wattstunden. Der Hersteller verspricht eine Reichweite von bis zu 120 Kilometern. Bei Testfahrten im hügeligen Voralpenland wurden Werte um die 70 bis 80 Kilometer erreicht; in der Ebene ist die Normreichweite durchaus erreichbar.
Motor und Schaltung
Der per Trittfrequenzsensor gesteuerte Ananda-Motor im Hinterrad leistet die gesetzlich zulässigen 250 Watt, liefert aber nur ein Drehmoment von 42 Newtonmetern. In der Stadt und bei mäßigen Steigungen reicht das dank fünf Unterstützungsstufen für eine muntere Beschleunigung. Bei steilen Anstiegen muss der Fahrer jedoch kräftig mittreten. Die 7-Gang-Kettenschaltung von Shimano Tourney ist eine preiswerte Lösung, die per Drehrad am rechten Lenkergriff bedient wird.
Fazit
Mit dem ECB28 erfindet Grundig das Rad nicht neu. Es bietet für verhältnismäßig kleines Geld die Voraussetzungen für problemloses und sicheres Pedelec-Fahren. Abstriche müssen Nutzer beim zulässigen Gesamtgewicht, der rudimentären Sensor-Technik und der eher überschaubaren Motorleistung machen. Das E-Bike ist reduziert auf das Wesentliche und eignet sich für den urbanen Einsatz und gemäßigte Landpartien.



