Leopoldina-Präsidentin Rockenbach: „Ich meinte direkt: Ich mache es!“ – Ein Jahr an der Spitze
Rockenbach: Ein Jahr als erste Leopoldina-Präsidentin

Ein Jahr an der Spitze: Bettina Rockenbach prägt als erste Präsidentin die Leopoldina

Seit genau einem Jahr steht mit Professorin Bettina Rockenbach erstmals eine Frau an der Spitze der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Die renommierte Expertin für Wirtschaftsforschung und Spieltheorie blickt im Interview auf ihre Anfangszeit zurück und erläutert, was sie antreibt. „Ich meinte direkt: Ich mache es!“, beschreibt Rockenbach ihre spontane Entscheidung, das Amt zu übernehmen. Diese Entschlossenheit prägt seither ihre Arbeit an der traditionsreichen Institution.

Herausforderungen und Chancen für Frauen in der Wissenschaft

Im Gespräch mit Susann Mertz thematisiert die Leopoldina-Präsidentin die anhaltende Benachteiligung von Frauen in akademischen Führungspositionen. Rockenbach betont, dass Frauen oft stärker an sich selbst zweifeln als ihre männlichen Kollegen. Dieses Phänomen behindere nicht nur individuelle Karrieren, sondern hemme auch den wissenschaftlichen Fortschritt insgesamt. Die Präsidentin plädiert für mehr Mut und Experimentierfreude, um strukturelle Hürden abzubauen.

„Wie tickt der Mensch und was hält die Gesellschaft zusammen?“, fragt Rockenbach und verweist auf ihre Forschungsschwerpunkte. Die Spieltheorie bietet ihr wertvolle Erkenntnisse, um Fairnessmechanismen in sozialen Systemen zu analysieren. Diese wissenschaftliche Perspektive nutzt sie, um in der Leopoldina neue Impulse für eine gerechtere Wissenschaftskultur zu setzen.

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Die Leopoldina im Wandel: Zwischen Tradition und Innovation

Unter Rockenbachs Führung hat die Nationale Akademie begonnen, ihre internen Strukturen kritisch zu hinterfragen. Die Präsidentin setzt sich dafür ein, dass wissenschaftliche Exzellenz unabhängig vom Geschlecht gefördert wird. Gleichzeitig sieht sie in der Diversität eine große Chance: Unterschiedliche Perspektiven bereichern die Forschung und führen zu innovativeren Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen.

Die herausfordernden Aufgaben der Wissenschaft in einer sich rasch wandelnden Welt stehen im Mittelpunkt von Rockenbachs Agenda. Sie betont die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit und den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Die Leopoldina soll unter ihrer Leitung noch stärker als Brückenbauerin fungieren und komplexe wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich vermitteln.

Rockenbachs erstes Jahr im Amt zeigt, dass Veränderungen möglich sind, wenn man den Mut hat, neue Wege zu gehen. Ihre direkte Art und wissenschaftliche Expertise bringen frischen Wind in die traditionsreiche Akademie. Die Präsidentin bleibt optimistisch, dass sich die Wissenschaftskultur nachhaltig verbessern lässt – durch beharrliche Arbeit und den Willen, eingefahrene Muster zu durchbrechen.

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