Heilbronn. „Wir haben in Europa alles, um großartige Technologien hervorzubringen“, erklärte Peter Sarlin am Montag auf der Konferenz TECH 2026. „Aber unsere Ambitionen sind nicht groß genug.“ Der finnische Unternehmer hatte vor zwei Jahren sein KI-Unternehmen Silo AI für 665 Millionen Dollar an den US-Chipkonzern AMD verkauft – einer der bisher größten KI-Deals in Europa. Nun hat Sarlin für sein neues Unternehmen Qutwo 25 Millionen Euro bei Investoren eingesammelt.
Europäische KI-Start-ups im Aufwind
Sarlins neues Unternehmen Qutwo ist nur ein Beispiel von vielen: Europa bringt zunehmend KI-Start-ups hervor, doch die wertvollsten Rivalen sitzen weiterhin in den USA. Während OpenAI und Anthropic auf den Börsengang zusteuern, suchen europäische Gründer bewusst nach anderen Wegen – ohne das Silicon Valley bloß zu kopieren. Auf der TECH skizzierten Gründer von Cohere, Legora und Pigment ihre Gegenstrategie.
Wachsender Anteil der KI am europäischen Start-up-Ökosystem
Inzwischen ist fast jedes vierte mit Wagniskapital finanzierte Start-up in Europa ein KI-Unternehmen. 2025 entfielen 43 Prozent des gesamten europäischen Exit-Volumens auf KI-Firmen, zehn Jahre zuvor waren es lediglich 1,3 Prozent, wie Daten des Branchendienstes Pitchbook zeigen. Künstliche Intelligenz ist damit zur treibenden Kraft der europäischen Start-up-Szene geworden.
Die europäischen KI-Vordenker sind überzeugt: Mit gezielten Investitionen, einer starken Forschungsbasis und einem Fokus auf spezifische Anwendungen können sie den Rückstand gegenüber den USA verringern. „Wir müssen nicht alles nachahmen, was in Amerika passiert“, betonte ein Teilnehmer der Konferenz. „Europa hat eigene Stärken, etwa im Bereich der industriellen KI oder der datenschutzfreundlichen Lösungen.“
Die TECH 2026 in Heilbronn zeigt: Europas KI-Szene ist lebendig und ambitioniert. Die Frage ist, ob die europäischen Start-ups den Sprung in die globale Spitzenliga schaffen – oder ob sie, wie so oft, von US-Giganten übernommen werden.



