5G im Zug vor dem Aus: Streit zwischen Bahn und Mobilfunkern eskaliert
5G im Zug vor dem Aus: Streit zwischen Bahn und Mobilfunkern

Das große 5G-Versprechen für Bahnreisende droht zu platzen. Nach der Generalsanierung der Strecke Berlin–Hamburg fühlen sich Mobilfunkanbieter von der Deutschen Bahn ausgebremst. Sie sprechen von blauäugigen Erwartungen und fehlenden Voraussetzungen für schnelles Internet im Zug.

Milliardenprojekt „5G am Gleis“ in der Krise

Das Projekt, das Bahnkunden endlich flächendeckendes mobiles Internet im ICE ermöglichen sollte, steckt offenbar in einer Sackgasse. Die Mobilfunkunternehmen werfen der Bahn vor, nicht die nötige Infrastruktur bereitzustellen. Gleichzeitig macht die Bahn die Netzbetreiber für Verzögerungen verantwortlich.

Vorwürfe der Mobilfunkanbieter

Die Anbieter kritisieren, dass die Bahn nach der Generalsanierung der Strecke Berlin–Hamburg nicht die versprochenen Voraussetzungen für 5G geschaffen habe. Es fehlten unter anderem ausreichende Stromversorgung und geeignete Standorte für Antennen. „Wir sind bereit, aber die Bahn hält ihre Zusagen nicht ein“, so ein Sprecher eines großen Netzbetreibers.

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Reaktion der Deutschen Bahn

Die Deutsche Bahn weist die Vorwürfe zurück. Man habe die notwendigen Vorarbeiten geleistet, doch die Mobilfunkunternehmen kämen ihren Pflichten nicht nach. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, jetzt sind die Netzbetreiber am Zug“, erklärte ein Bahn-Sprecher. Das Unternehmen verweist auf Millioneninvestitionen in die Streckensanierung.

Ministerien sprechen von „Meilenstein“

Trotz des Streits zeigen sich die zuständigen Ministerien optimistisch. Ein Sprecher des Verkehrsministeriums bezeichnete das Projekt als „Meilenstein“ für die Digitalisierung des Schienenverkehrs. Man arbeite daran, die Differenzen zwischen Bahn und Mobilfunkern zu überbrücken. Auch das Digitalministerium betont die Bedeutung von 5G für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands.

Alternativpläne werden geschmiedet

Angesichts der Blockade denken Experten über Alternativen nach. Dazu gehören der Einsatz von Satelliteninternet oder die Nutzung von WLAN-Hotspots in den Zügen, die über das Mobilfunknetz angebunden werden. Allerdings wären diese Lösungen weniger leistungsfähig als echtes 5G.

Für Bahnreisende bedeutet der Streit, dass sie weiterhin mit Funklöchern und langsamen Verbindungen rechnen müssen. Besonders Geschäftsreisende und Vielfahrer, die auf mobiles Arbeiten angewiesen sind, sind betroffen. Ob und wann das 5G-Projekt realisiert wird, bleibt ungewiss.

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