EU-Kommission zwingt Google: Konkurrenz-Chatbots auf Android
EU zwingt Google: Konkurrenz-Chatbots auf Android

Die EU-Kommission hat Google angewiesen, auf Android-Smartphones künftig auch KI-Chatbots der Konkurrenz zuzulassen. Zudem muss der US-Konzern Daten seiner Suchmaschine mit Wettbewerbern teilen. Die Maßnahmen sollen die marktbeherrschende Stellung des Tech-Riesen brechen, wie Brüssel am Donnerstag mitteilte.

Android-Nutzer sollen zwischen KI-Assistenten wählen können

Bislang ist auf Android-Geräten der Google-eigene Chatbot Gemini vorinstalliert und reagiert als einziger auf den Sprachbefehl „Hey Google“. Die EU-Kommission verlangt nun, dass Nutzer zwischen Gemini und Alternativen wie ChatGPT, Claude oder dem französischen Anbieter Mistral wählen können. Alle KI-Assistenten sollen per Sprachsteuerung Nachrichten versenden oder Taxis buchen können. Google muss die Anweisung innerhalb eines Jahres umsetzen.

Google kritisierte die Anordnung scharf. Sie gefährde die Gerätesicherheit, weil zahlreiche Apps ohne Sicherheitsprüfung weitreichende Befugnisse erhielten. Der Konzern verwies darauf, dass KI-Assistenten bereits heute Zugriff hätten – abgesehen von der Sprachsteuerung. Zudem seien für die Gerätesicherheit die Smartphone-Hersteller verantwortlich, nicht Google als Herausgeber des Betriebssystems Android.

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Zugang zu Suchergebnissen für Wettbewerber

Die zweite Forderung aus Brüssel betrifft die Google-Suchmaschine, seit Jahren unangefochtene Marktführerin. Kein Wettbewerber könne dem US-Konzern gefährlich werden, solange Google nicht seine Daten teile, argumentierte die EU-Kommission. Die Konkurrenz – darunter auch KI-Assistenten mit Suchfunktion – solle Zugang zu Suchergebnissen, meistgesuchten Begriffen und Klickzahlen erhalten.

Die Daten sollen laut Kommission anonymisiert übermittelt werden. Google darf sie vorab auf Risiken für Cybersicherheit und Datenschutz prüfen. Der Konzern argumentierte dennoch, die geforderte Freigabe gefährde die Privatsphäre von Millionen Nutzern. Für diese Änderung bekommt Google rund ein halbes Jahr Zeit. Das Unternehmen forderte eine „flexible“ Umsetzung und will die Maßnahmen noch anpassen.

EU-Wettbewerbskommissarin: „Bürger sollen frei entscheiden können“

EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera erklärte: „Aufgabe der EU-Kommission ist es, sicherzustellen, dass unsere Bürgerinnen und Bürger frei entscheiden können.“ Die Anweisungen würden kleineren Wettbewerbern helfen, sich gegen Google zu behaupten und Alternativen zu schaffen.

Die EU-Kommission streitet seit Jahren mit der Google-Mutter Alphabet über deren Marktmacht. In den vergangenen Jahren verhängte sie mehrere Bußgelder in Milliardenhöhe, weil Google seine Stellung als Marktführer ausnutzt, um die eigene Position zu zementieren.

Weitere Verfahren wegen DMA-Verstößen

In Brüssel laufen weitere Verfahren wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das EU-Gesetz für digitale Märkte (Digital Markets Act, DMA). Die Kommission wirft Google vor, eigene Angebote wie Google Shopping in der Suche bevorzugt anzuzeigen und in seinem Google Play Store zu hohe Gebühren zu verlangen. Schon in der kommenden Woche könnten deshalb weitere Bußgelder ergehen.

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