Bei der diesjährigen Mobilfunk-Messwoche der Bundesnetzagentur haben deutlich weniger Menschen teilgenommen als im Vorjahr. Waren es 2025 noch mehr als 150.000 Nutzer, die mit der App Mobilfunk-Check 146 Millionen Messpunkte erfassten, so sank die Teilnehmerzahl in diesem Jahr auf gut 60.000 Nutzer mit knapp 20 Millionen Messpunkten. Dies gab die Bundesnetzagentur bekannt.
Aktionswoche sollte Funklöcher aufspüren
Die Aktionswoche Ende Juni 2026 sollte der App Mobilfunk-Check öffentliche Aufmerksamkeit verschaffen und die Datenerhebung zur Netzqualität steigern. Die App wird auch außerhalb der Aktionswoche genutzt, um die tatsächliche Übertragungsqualität vor Ort zu messen. Die gesammelten Daten helfen Netzbetreibern, einen genaueren Überblick über Funklöcher oder Orte mit langsamen Datentransfer zu erhalten, um gezielt Verbesserungen vorzunehmen. Auf der Website Breitbandmessung.de können Interessierte die Übertragungsqualität an bestimmten Orten abrufen.
Gründe für den Rückgang
Der Vergleich mit dem Vorjahr zeigt, dass der Plan der Bundesnetzagentur nur teilweise aufging. Möglicherweise führte der Premierenstatus der ersten bundesweiten Mobilfunk-Messwoche 2025 zu einem höheren Interesse. Allerdings war die Nutzung in diesem Jahr deutlich höher als in den Wochen vor der Aktion, in denen jeweils nur rund zwei Millionen Messpunkte erfasst wurden.
Ein weiterer Grund für die niedrige Teilnahme könnte sein, dass in einigen Bundesländern während der Aktionswoche bereits die Sommerferien begonnen hatten, sodass viele Menschen im Urlaub waren. Zudem herrschte sehr heißes Wetter, was die Bereitschaft verringerte, für Netzqualitätstests ins Freie zu gehen. Ein dritter möglicher Grund ist die schrittweise Verbesserung der deutschen Handynetze: Der Frust über schlechte Verbindungen lässt nach, sodass die Motivation sinkt, selbst nach Funklöchern zu suchen.
Funkloch-Quote in Deutschland
Reine Funklöcher – also Gebiete, in denen keines der drei etablierten Netze von Telekom, Vodafone und O2 im schlechtesten Übertragungsstandard 2G erreichbar ist – gibt es laut Bundesnetzagentur auf 0,22 Prozent der Fläche Deutschlands. Kein 4G ist auf 2,21 Prozent der Fläche empfangbar. Diese Daten stammen vom Dezember 2025. Die Mobilfunk-Netzbetreiber betonen, dass sie auch eigene Messungen durchführen, um die Datenübertragung zu verbessern.



