X führt Direktnachrichten-Warnungen bei Falschinformationen ein
Der Kurznachrichtendienst X (ehemals Twitter) plant, seine Nutzer künftig per Direktnachricht zu informieren, wenn ein Beitrag, mit dem sie interagiert haben, nachträglich korrigiert wurde. Das kündigte Plattform-Chef Elon Musk an, ohne jedoch einen konkreten Starttermin zu nennen. Die neue Funktion soll auf den sogenannten Community Notes aufbauen, bei denen Nutzer irreführende Beiträge mit zusätzlichen Informationen versehen können.
Bessere Sichtbarkeit für Korrekturen
Bislang erscheint eine Warnung über eine Korrektur lediglich als Benachrichtigung in der App oder im Browser. Künftig soll sie direkt im X-Chat landen und damit deutlich auffälliger sein. Mit dieser Neuerung reagiert X auf einen der größten Kritikpunkte am bisherigen System: Bis eine Community Note sichtbar wird, vergeht oft viel Zeit. Sie erscheint erst, wenn andere Nutzer sie als hilfreich bewertet haben und sie mindestens 24 Stunden veröffentlicht war. Zu diesem Zeitpunkt haben sich viele irreführende Beiträge längst millionenfach verbreitet.
Studie belegt späte Wirkung der Korrekturen
Wie groß das Problem ist, zeigt eine Studie der Fachzeitschrift „Nature Communications“. Dafür wurden mehr als 237.000 Beiträge mit Community Notes ausgewertet. Das Ergebnis: Die Korrekturen bremsen zwar die weitere Verbreitung von Falschinformationen – häufig aber erst dann, wenn der größte Schaden bereits entstanden ist. Zudem schaffen es Schätzungen zufolge 85 bis 90 Prozent aller vorgeschlagenen Community Notes gar nicht erst auf die Plattform. Viele Nutzer erfahren deshalb nie, dass ein Beitrag, den sie gesehen, gelikt oder geteilt haben, später als irreführend eingestuft wurde.
Offene Fragen und Konkurrenz
Noch offen ist, ob die neuen Direktnachrichten automatisch aktiviert werden oder sich abschalten lassen. X hat dazu bislang keine Details veröffentlicht. Auch Konkurrenten wie Meta und TikTok setzen inzwischen auf Community-gestützte Systeme, um Falschinformationen schneller zu kennzeichnen. Die Ankündigung von X ist ein weiterer Schritt im Kampf gegen Desinformation, doch viele Details bleiben noch unklar.



