Gratis-Bubble-Tea-Aktion lässt Alibabas KI-Systeme kollabieren
Eine groß angelegte Gratis-Aktion des chinesischen Internetriesen Alibaba ist spektakulär gescheitert. Mit kostenlosen Gutscheinen für Bubble-Tea wollte das Unternehmen seinen neuen KI-Chatbot Qwen bewerben, doch die enorme Nachfrage überforderte die technischen Kapazitäten.
10 Millionen Bestellungen in nur neun Stunden
Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, gingen innerhalb von neun Stunden nach Start der Aktion am Freitag schätzungsweise 10 Millionen Bestellungen ein. Die App des Konzerns schoss daraufhin an die Spitze der Ranglisten im chinesischen App-Store, konnte dem Ansturm aber nicht standhalten.
Die Marketing-Kampagne war gezielt auf die jährlichen Feiertage zum Frühlingsfest ausgerichtet. In dieser Zeit nutzen traditionell viele chinesische Unternehmen die Gelegenheit, um ihre Dienste zu bewerben – eine Praxis, die in den vergangenen Jahren zu einer regelrechten Marketing-Schlacht ausgeartet ist.
Digitale Glücksbringer und gescheiterte Werbestrategie
Während des Frühlingsfestes schenken sich Chinesen traditionell rote Geldumschläge als Glücksbringer, inzwischen häufig in digitaler Form. Alibaba versuchte, mit einem ähnlichen Konzept zu punkten: Nutzer, die weitere Freunde einluden, sollten zusätzliche Gutscheine erhalten.
Doch die Systeme kamen mit der gigantischen Nachfrage nicht klar, sodass das Unternehmen sich schließlich für die missglückte Aktion entschuldigen musste. Die Ausgabe der Gutscheine wurde bereits am Sonntag gestoppt.
Historische Parallelen und aktuelle KI-Konkurrenz
Die gescheiterte Aktion erinnert an erfolgreiche Marketing-Kampagnen der Vergangenheit. Bereits 2014 gewann die Messenger-App WeChat Millionen neuer Nutzer für ihre Zahlungsfunktion, nachdem sie digitale Geldumschläge eingeführt hatte.
Derzeit dominiert in China der KI-Chatbot Doubao den Markt. Er ist so populär, dass er bei der diesjährigen TV-Gala des staatlichen Senders zum chinesischen Neujahr einen eigenen Auftritt haben wird. Diese Gala gilt mit rund 700 Millionen Zuschauern als meistgesehene TV-Sendung der Welt.
Die gescheiterte Bubble-Tea-Aktion zeigt, wie aggressiv der Wettbewerb um KI-Nutzer in China geführt wird – und welche Risiken solche Marketing-Offensiven bergen können, wenn die technische Infrastruktur nicht mithält.



