Die britische Netflix-Serie „Heartstopper“ endet nach drei Staffeln mit dem Spielfilm „Heartstopper Forever“, der ab dem 17. Juli gestreamt wird. Im Mittelpunkt steht die queere Teenager-Romanze zwischen Charlie (Joe Locke) und Nick (Kit Connor), die nun vor der Herausforderung des Erwachsenwerdens steht. Die Frage, ob die erste große Liebe für immer hält, zieht sich durch den gesamten Film.
Worum geht es in „Heartstopper“?
Die Serie basiert auf den Graphic Novels von Alice Oseman und erzählt die Geschichte der beiden ungleichen Teenager: Der schüchterne Charlie, der unter Mobbing nach seinem Coming-out leidet, und der Rugby-Sportler Nick, der seine Bisexualität entdeckt. In der ersten Staffel steht ihr Zusammenkommen im Fokus, die zweite Staffel dreht sich um Nicks Coming-out. Die dritte Staffel behandelt Charlies Essstörung mit Sensibilität. Der Film nun stellt die Beziehung auf die Probe, als Charlie und Nick sich den Realitäten des Erwachsenenlebens stellen müssen.
Wie verändert sich der Ton im Film?
Die Macher bleiben dem Stil der Serie treu: Comic-Elemente und sanfte Musik begleiten die Handlung. Allerdings wird die Geschichte erwachsener, Sexszenen sind teils expliziter. Die Rollen der Hauptfiguren haben sich fast vertauscht: Charlie tritt selbstbewusst für seine Überzeugungen ein, während Nick unter Ängsten und geringem Selbstwertgefühl leidet. „Ich bin nur glücklich, wenn ich bei dir bin“, gesteht Nick Charlie während eines Streits. Charlie entgegnet: „Ich glaube nicht, dass das so sein sollte.“ Die Serie wächst mit ihren Charakteren und bleibt authentisch.
Was macht den Hype um „Heartstopper“ aus?
Besonders queere Jugendliche sehen die Serie als Mutmacher. Themen wie Homosexualität, Transsexualität, mentale Gesundheit und Freundschaft werden unverkrampft behandelt. Die Coming-out-Szene von Nick, in der er sich unter Tränen seiner Mutter (gespielt von Olivia Colman) offenbart, berührte viele Zuschauer. Laut Berichten nutzten einige Teenager diese Szene, um sich selbst zu outen. Der Film scheut auch nicht vor politischen Debatten zurück: Die Transfrau Elle sagt zu ihren Freunden: „Die Welt hasst mich gerade. Die Regierung nimmt mir meine Rechte und alles, wofür wir gekämpft haben.“ Dies ist eine Anspielung auf ein britisches Gerichtsurteil von 2025, das das biologische Geschlecht über das soziale oder empfundene stellt.
Was wurde aus Kit Connor und Joe Locke?
Kit Connor (22) feierte vor zwei Jahren sein Broadway-Debüt mit „Romeo und Julia“ und spielte zuletzt im Kriegsfilm „Warfare“ an der Seite von Joseph Quinn. Joe Locke (22) ergatterte 2024 eine Rolle in der Marvel-Serie „Agatha All Along“ und stand mit „Clarkston“ im Londoner Trafalgar Theatre auf der Bühne.
Welche Serien folgten dem „Heartstopper“-Hype?
Seit dem Erfolg von „Heartstopper“ boomen romantische, oft queere Serien und Filme, die auf Jugendbuchreihen oder New-Adult-Stoffen basieren. Beispiele sind „Heated Rivalry“ (HBO Max) über die Liebesgeschichte zweier Eishockeyspieler und „Off Campus“ (Prime Video), ein heterosexuelles Pendant.



