KI-Einkaufsagenten: Verbraucher zeigen sich mehrheitlich skeptisch
Die zunehmende Verbreitung von KI-Agenten im Online-Einkauf stößt bei deutschen Verbrauchern auf deutliche Vorbehalte. Eine repräsentative Umfrage des Instituts Insa im Auftrag des Zahlungsdienstleisters Unzer offenbart eine tiefe Skepsis gegenüber der neuen Technologie, die in den kommenden Jahren komplexe Einkaufsaufgaben übernehmen soll.
Mehrheit will Kontrolle behalten
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 37 Prozent der Befragten schließen die Nutzung KI-basierter Einkaufsassistenten kategorisch aus. Weitere 54 Prozent halten eine Nutzung bei sich selbst für eher oder sehr unwahrscheinlich. Nur neun Prozent zeigten sich unentschlossen oder gaben keine Antwort. Besonders bemerkenswert ist, dass 64 Prozent der Verbraucher die Kontrolle über ihre Ausgaben nicht an KI-Systeme abgeben wollen und jeden einzelnen Einkaufsschritt persönlich autorisieren möchten.
Generationengefälle besonders ausgeprägt
Die Umfrage zeigt ein deutliches Generationengefälle in der Technologieakzeptanz. In der Altersgruppe ab 70 Jahren glauben drei Viertel der Befragten nicht, dass sie jemals KI-Einkaufsassistenten nutzen werden. Bei den unter 40-Jährigen sind es hingegen weniger als 40 Prozent, die eine Nutzung ausschließen. Diese Kluft verdeutlicht die unterschiedliche Technologieaffinität zwischen den Generationen.
Geschlechterunterschiede beim KI-Shopping
Auch zwischen den Geschlechtern zeigen sich signifikante Unterschiede. Frauen, die in vielen Familien traditionell einen Großteil der Einkäufe erledigen, stehen der KI-Unterstützung deutlich skeptischer gegenüber als Männer. Nur 32 Prozent der Frauen sehen sich als wahrscheinliche Nutzerinnen von KI-Einkaufsassistenten, während es bei den Männern immerhin 41 Prozent sind.
Von generativer zu agentischer KI
Die sogenannte „agentische“ KI stellt die nächste Entwicklungsstufe nach der derzeit verbreiteten generativen KI dar. Während aktuelle KI-Funktionen im Online-Handel meist auf Produktsuche und Fragenbeantwortung beschränkt sind, sollen KI-Einkaufsagenten künftig komplette Bestellvorgänge autonom durchführen können. Dazu gehören das Zusammenstellen langer Einkaufslisten, die Bestellung und nach finaler Nutzerfreigabe auch die Bezahlung.
KI-Agenten im Arbeitsleben
Die Entwicklung geht über den privaten Einkauf hinaus. KI-Agenten werden zunehmend auch im beruflichen Umfeld eingesetzt. Der US-Konzern Microsoft hat seine weit verbreitete Bürosoftware bereits um zahlreiche agentische Funktionen erweitert. Diese reichen von automatisierter Terminplanung über die Bearbeitung von E-Mail-Postfächern bis hin zur Erstellung von Tabellenkalkulationen und Softwareprogrammierung.
Die Umfrageergebnisse machen deutlich, dass Hersteller und Anbieter von KI-Lösungen noch erhebliche Überzeugungsarbeit leisten müssen, um die breite Masse der Verbraucher für diese Technologie zu gewinnen. Besonders die älteren Generationen und weibliche Verbraucher benötigen transparente Informationen und Vertrauensbildung, bevor sie KI-Systemen ihre Einkäufe anvertrauen werden.



