Der Bremer Raumfahrtkonzern OHB will sich eine halbe Milliarde Euro frisches Kapital von den Aktionären für den erwarteten Raumfahrt-Boom besorgen. Der Großaktionär KKR nutzt das für einen Teilausstieg. Insgesamt sollen bis zu 2,93 Millionen OHB-Aktien für zusammen 879 Millionen Euro an neue und bestehende Aktionäre verkauft werden, wie das Unternehmen am Montag mitteilte.
Kapitalerhöhung und Teilausstieg von KKR
510 Millionen Euro davon fließen OHB zu, der Rest geht an KKR. Mit dem frischen Geld wolle der Konzern die eigenen Kapazitäten ausbauen und mögliche Übernahmen im Zuge einer Konsolidierung des europäischen Raumfahrtmarkts in Angriff nehmen. Der Streubesitz steigt damit auf bis zu 19,2 Prozent von bisher nur 5,7 Prozent.
Der Kaufpreis für die neuen Aktien liegt bei 300 Euro und damit um gut ein Viertel unter dem Schlusskurs von 405,50 Euro vom vergangenen Freitag. Die OHB-Aktie hat ihren Kurs seit September 2025 mehr als versechsfacht.
Anteilsveränderungen der Großaktionäre
Die Familie Fuchs lässt ihre Beteiligung von 65 auf gut 60 Prozent abschmelzen, indem sie ihre Bezugsrechte aus der Kapitalerhöhung nicht ausübt, sondern die neuen Aktien über den Markt verkaufen lässt. Der Finanzinvestor KKR platziert bis zu 1,23 Millionen seiner Aktien und senkt seine Beteiligung an OHB damit auf gut 20 von 29 Prozent. Er könnte damit 368 Millionen Euro einnehmen – mehr, als er beim Einstieg vor zwei Jahren für das gesamte Paket bezahlt hatte.
Zeitplan der Aktienplatzierung
Die Kapitalerhöhung wird in zwei Tranchen vollzogen. Bis Mittwoch (24. Juni), 14 Uhr, werden die Aktien von KKR und die Papiere aus der Kapitalerhöhung, für die die Großaktionäre die Bezugsrechte nicht ausüben, vorab am Markt platziert. Von Donnerstag an bis zum 8. Juli können die übrigen Aktionäre ihre Bezugsrechte wahrnehmen. Sie können für je 45 Aktien vier neue zeichnen.
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