Ex-Minister Rainer Wiegard: Facebook-Profil gestohlen – Betrugsmasche
Ex-Minister Wiegard: Facebook-Profil gestohlen

Schleswig-Holsteins ehemaliger Finanzminister Rainer Wiegard (76) ist Opfer eines dreisten Facebook-Betrugs geworden. Unbekannte Täter haben sein persönliches Profil auf der Social-Media-Plattform gestohlen und nutzen es nun möglicherweise, um in seinem Namen Kontakte zu erschleichen und Betrug zu begehen. Der CDU-Politiker, der einst Milliardenhaushalte verwaltete und als Ziehvater vieler politischer Spitzenkräfte gilt, ist damit in eine Falle getappt, die Verbraucherschützer seit Monaten beklagen.

Die Masche: So läuft der Profilklau ab

Laut Verbraucherzentralen und Polizei handelt es sich um eine perfide Methode: Die Täter verschaffen sich zunächst Zugriff auf das Konto, indem sie entweder Passwörter durch Phishing erbeuten oder Sicherheitslücken ausnutzen. Anschließend ändern sie die Zugangsdaten und übernehmen die Identität des Opfers. Mit dem gestohlenen Profil können sie dann Nachrichten an Freunde und Kontakte senden, um unter einem plausiblen Vorwand – etwa einer angeblichen Notlage oder einem dringenden Hilfegesuch – um Geld oder persönliche Daten zu bitten.

Im Fall von Wiegard ist besonders brisant, dass sein Netzwerk zahlreiche hochrangige Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft umfasst. Die Täter könnten versuchen, diese Kontakte für betrügerische Zwecke zu instrumentalisieren. Die Staatsanwaltschaft in Kiel hat Ermittlungen aufgenommen, wie ein Sprecher bestätigte. „Wir prüfen derzeit, ob ein strafrechtlich relevanter Identitätsdiebstahl vorliegt“, so der Sprecher.

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Verbraucherschützer warnen: So schützen Sie sich

Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein rät zu erhöhter Vorsicht. „Jeder kann Opfer einer solchen Masche werden, unabhängig von Prominenz oder Alter“, sagt ein Sprecher. „Die Täter gehen hochprofessionell vor und nutzen oft gekaperte Profile, um Vertrauen zu erschleichen.“

Konkrete Schutzmaßnahmen umfassen die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung, die Verwendung starker, einzigartiger Passwörter und die regelmäßige Überprüfung der aktiven Sitzungen im Facebook-Konto. Zudem sollten Nutzer niemals auf ungewöhnliche Geldgesuche reagieren, selbst wenn sie von vertrauten Absendern zu kommen scheinen. „Im Zweifel immer telefonisch nachfragen“, empfiehlt der Sprecher.

Die Folgen: Was Opfer tun sollten

Wer selbst betroffen ist, sollte umgehend handeln: Das Profil bei Facebook melden, das Kennwort zurücksetzen und alle verdächtigen Aktivitäten protokollieren. Zudem ist Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Die Verbraucherzentrale bietet auf ihrer Webseite eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Notfall.

Wiegard selbst ließ über seinen Anwalt mitteilen, dass er die Vorfälle bedauere und alles tue, um sein Profil zurückzuerlangen. „Er ist entsetzt, dass sein Name für kriminelle Zwecke missbraucht wird“, so der Anwalt. Die Ermittlungen dauern an.

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