Apollo-11-Filzstift rettet Astronauten: 780.000 Euro bei Auktion
Apollo-11-Filzstift erzielt 780.000 Euro bei Auktion

Ein einfacher Filzstift, der Astronauten auf dem Mond das Leben rettete, ist für rund 780.000 Euro versteigert worden. Der Stift in mattiertem Aluminium, längst ausgetrocknet, erzielte bei einer Auktion von Sotheby's in New York mehr als 850.000 Dollar – inklusive Aufgeld umgerechnet rund 780.000 Euro. Das abgebrochene Stück Schalter, ein schwarzes Kunststoffteil von etwa 1,3 Zentimetern Länge, gab es dazu.

Der lebensrettende Filzstift der Apollo-11-Mission

Fast hätte ein abgebrochener Schalter dafür gesorgt, dass Edwin „Buzz“ Aldrin und Neil Armstrong im Jahr 1969 auf dem Mond gestrandet wären. „Es war der schlimmste Schalter, der überhaupt hätte abbrechen können“, erinnert sich US-Astronaut Aldrin, der zweite Mann auf dem Mond. Denn der Schalter aktivierte den sogenannten „Engine Arm“ – ohne ihn hätte das Triebwerk für den Rückstart von der Mondoberfläche nicht eingeschaltet werden können. Der Weg zurück zu Michael Collins im Kommandomodul und zur Erde wäre versperrt gewesen.

„Ich hätte zwar meinen Finger hineinstecken und den Schalter zurücksetzen können, aber durch den Schutzschalter floss Strom, und ich wollte mich nicht selbst unter Strom setzen“, erklärt Aldrin in einem Schreiben an Sotheby's. Also entschied er sich, einen Filzstift in die Öffnung zu rammen – mit Erfolg.

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Weitere Apollo-11-Erinnerungsstücke unter dem Hammer

Neben Stift und Schalter hat der 96-jährige Astronaut noch andere Gegenstände aus seiner persönlichen Sammlung versteigern lassen. Eine sowjetische Flagge, die Aldrin bei der Apollo-11-Mission dabeihatte, brachte 102.400 Dollar (rund 89.000 Euro) ein – rund das Zehnfache des Schätzwerts. Die kleine UdSSR-Flagge (etwa 10 mal 15 Zentimeter) trug die Aufschrift „Flown to the moon on Apollo XI“ und Aldrins Unterschrift.

Der Apollo-11-Flugplan – ein mehr als 300-seitiges Original vom 1. Juli 1969 mit allen Schritten für die erste Mondlandung, von Aldrin signiert – erzielte 51.200 Dollar (rund 45.000 Euro). Ein Farbfoto „Earthrise“, das die aufgehende Erde vom Kommandomodul aus zeigt, kostete 61.440 Dollar (rund 54.000 Euro). Das Bild ist von Aldrin, Michael Collins und CAPCOM Charlie Duke signiert und beschriftet. Eine separat gerahmte Signatur von Neil Armstrong vervollständigte die Crew.

Uhren aus Aldrins Sammlung

Die Omega Speedmaster Professional „Moonwatch“ (Referenz 3590.50.00) erzielte 44.800 Dollar (rund 39.000 Euro). Dieses Exemplar war nie auf dem Mond, sondern stammt von circa 1990. Das legendäre Modell, das Aldrin 1969 auf dem Erdtrabanten trug, ist verschollen. Eine Omega Speedmaster X-33 „Nasa“ Gen Two – eine Titan-Quarzuhr mit Digitalanzeige, speziell für Militärpiloten und Astronauten entwickelt – ging für 44.800 Dollar (rund 39.000 Euro) an den Meistbietenden.

Die Flagge habe er „als Geste der Diplomatie und um dieses historische Ereignis zu würdigen“ mitgenommen, schreibt Aldrin. Sie mitzutragen sei ein Zeichen des guten Willens zwischen den USA und der Sowjetunion gewesen – „und zugleich ein Beleg dafür, dass Apollo 11 eine menschliche Errungenschaft war, die nationale Grenzen überschritt“.

Rätsel um den abgebrochenen Schalter

Das Apollo-Programm gilt bis heute als eine der größten technischen Anstrengungen der Menschheitsgeschichte. Bis zu 400.000 Menschen arbeiteten mit, um die USA als erste Nation zum Mond zu bringen. Am 16. Juli 1969 starteten Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins. Am 20. Juli 1969 setzten Armstrong und Aldrin mit der Landefähre „Eagle“ auf, Collins blieb im Kommandomodul „Columbia“. Nach 22 Stunden auf dem Mond ging es dorthin zurück – auch dank des Filzstifts.

Wer den Schalter damals abgebrochen hat, ist laut Aldrins Schreiben an Sotheby's bis heute unklar: „Heute denke ich, dass Neil den Schalter abgebrochen hat, und Neil denkt, dass ich ihn mit einem unserer Rucksäcke abgebrochen habe, weil wir uns in diesem beengten Raum so viel bewegt haben.“ In seinem Buch „No Dream Is Too High“ von 2016 klang das laut dem „Guardian“ etwas anders: „Da der Schutzschalter sich auf meiner Seite der Kapsel befand, hatte ich ihn offenbar mit dem schweren Rucksack gestoßen – entweder als ich mich darauf vorbereitete, nach draußen zu treten, oder als wir nach unserem Spaziergang auf dem Mond wieder eingestiegen waren.“

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Egal, wie es war, es gilt, was Aldrin in dem aktuellen Brief an Sotheby’s schreibt: „Am Ende war das Wichtigste, herauszufinden, wie wir das Problem lösen.“