Studie: Grippe erhöht Herzinfarktrisiko – Impfung schützt
Grippe erhöht Herzinfarktrisiko – Impfung schützt

Eine neue Studie zeigt einen alarmierenden Zusammenhang zwischen schweren Grippeinfektionen und einem erhöhten Herzinfarktrisiko. Demnach erleiden auffallend viele Menschen nach den typischen Krankheitswellen im Herbst und Winter einen Herzinfarkt. Die Forscher vermuten, dass die Grippe das Herz-Kreislauf-System stark belastet und so Infarkte auslösen kann.

Studienergebnisse: Herzinfarkte nach Grippewellen

Die Untersuchung, die im Fachjournal „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht wurde, wertete Daten von über 80.000 Patienten aus. Das Ergebnis: In den ersten sieben Tagen nach einer labordiagnostisch bestätigten Grippeinfektion war das Risiko für einen Herzinfarkt um das Sechsfache erhöht. Besonders gefährdet waren ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen.

„Die Zahlen sind eindeutig: Eine schwere Grippe kann das Herz so stark belasten, dass es zu einem Infarkt kommt“, erklärt Dr. Anna Schmidt, Kardiologin an der Berliner Charité, die nicht an der Studie beteiligt war. Sie betont: „Für die Influenza-Impfung ist der Schutz besonders gut belegt. Sie kann nicht nur vor der Grippe, sondern auch vor den kardiovaskulären Komplikationen schützen.“

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Mechanismus: Wie Grippe das Herz angreift

Die Grippe löst eine starke Entzündungsreaktion im Körper aus, die auch die Blutgefäße betrifft. Dies kann dazu führen, dass sich vorhandene Plaques in den Arterien lösen und einen Herzinfarkt auslösen. Zudem steigt durch das Fieber der Sauerstoffbedarf des Herzens, während die Lungenfunktion eingeschränkt ist – eine gefährliche Kombination.

Die Autoren der Studie empfehlen daher eine konsequente Grippeimpfung, insbesondere für Risikogruppen wie Menschen über 60 Jahre, Schwangere und Personen mit chronischen Erkrankungen. „Die Impfung ist der beste Schutz, um nicht nur die Grippe, sondern auch deren schwerwiegende Folgen zu vermeiden“, so Studienleiter Prof. Michael Wagner von der Universität Heidelberg.

Impfquote in Deutschland noch zu niedrig

Trotz der klaren Empfehlungen ist die Impfquote in Deutschland mit rund 35 Prozent in der älteren Bevölkerung weiterhin zu niedrig. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeimpfung für alle Menschen ab 60 Jahren, aber auch für chronisch Kranke und medizinisches Personal. Die neue Studie könnte nun den Druck erhöhen, die Impfbereitschaft zu steigern.

„Jeder Herzinfarkt, der durch eine Impfung verhindert werden kann, ist ein Gewinn für die Gesundheit“, sagt Dr. Schmidt. Sie appelliert an die Bevölkerung, sich rechtzeitig vor der Grippesaison impfen zu lassen. Die Studie zeigt deutlich, dass die Grippe keine harmlose Erkältung ist, sondern lebensbedrohliche Komplikationen auslösen kann.

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