Mirko Drotschmann (40), bekannt als „MrWissen2go“ mit 2,4 Millionen Abonnenten auf YouTube, hat in einem Podcast-Interview mit BILD-Vize Paul Ronzheimer schwere Fehler in seiner Berichterstattung während der Corona-Pandemie eingeräumt. Der Journalist, der regelmäßig Schulen besucht und mit Jugendlichen über Politik, Fake News und KI diskutiert, sprach auch über marode Schulen, Migrationsfolgen und den Vertrauensverlust in die Medien.
Selbstkritik an der Corona-Berichterstattung
„Ich hätte mir von mir selbst schon im Nachhinein gewünscht, Dinge kritischer anzusprechen, insbesondere Schulschließungen zum Beispiel“, sagte Drotschmann. Rückblickend erscheinen ihm viele Maßnahmen unverständlich: „Warum man auf einem freien Feld bei einem Konzert eine Maske tragen musste, erschließt sich mir jetzt im Nachhinein auch nicht mehr so ganz.“ Sein Fazit: „Ich glaube, wir haben uns da wirklich Dinge angetan, die noch lange nicht verheilt sind. Und die Medien haben da auch ihre Rolle gespielt, definitiv.“
Schulschließungen als falsche Entscheidung
Drotschmann kritisierte die Corona-Politik gegenüber jungen Menschen scharf: „Junge Menschen wurden extrem alleingelassen während der Pandemie.“ Es habe keinen klaren Plan gegeben. Er bemängelte, dass in Behörden längst Luftfilter installiert waren, während Schüler mit Maske dasitzen mussten und Unterricht ausfiel. „Im Nachhinein finde ich, die Schulschließungen und auch die Kita-Schließungen, das war die falsche Entscheidung. Das hätte man anders machen müssen.“ Die Folgen seien bis heute sichtbar: „Psychische Krankheiten sind massiv angestiegen seit der Corona-Pandemie.“
Marode Schulen und Lehrermangel
Zum Zustand deutscher Schulen sagte Drotschmann: „In kaputten Gebäuden mit dreckigen Klos lernt es sich eben nicht so gut wie in Gebäuden, die eine angenehme Umgebung darstellen.“ Er ärgerte sich, dass Schulsanierungen beim großen Schuldenpaket kaum eine Rolle spielten. „Die Lehrer gehen oft auf dem Zahnfleisch, leisten, was sie können, aber irgendwann sind sie auch ausgebrannt und auch frustriert.“
Herausforderungen durch Migration im Klassenzimmer
Von Grundschullehrern höre er häufig: „Da kommen Leute in die erste Klasse, denen muss ich erst mal Deutsch beibringen.“ Die Deutschkenntnisse verbesserten sich abhängig vom Elternhaus. Seine Sorge: „Wenn die Leute schon mit schlechten Deutschkenntnissen starten und das sich auch nicht bessert im Laufe der Jahre, wie sollen die dann irgendwann mal eine Berufsausbildung machen und im Berufsleben ankommen?“
Vertrauensverlust in die Medien
Die Gleichschaltung von Medien und Regierung in der Pandemie habe zu einem Vertrauensverlust geführt, besonders bei jungen Menschen. „Ich glaube, nicht nur bei jungen Menschen, sondern allgemein hat das für einen Vertrauensverlust gesorgt“, so Drotschmann. Die damalige mediale Meinung habe vielfach mit der Regierungsposition übereingestimmt. Gerade im Osten habe das bei manchen das Gefühl ausgelöst: „Das hatten wir doch schon mal, dass die Medien das sagen, was auch die Politiker sagen.“



