Nasa-Daten aus dem All: Hat die Erde Cellulite? Keine perfekte Kugel
Erde aus dem All: Keine perfekte Kugel trotzdem rund?

Von weitem erscheint die Erde als makellose blaue Kugel. Doch der genauere Blick aus dem All enthüllt eine ganz andere Realität: Unser Planet ist alles andere als perfekt rund. Satelliten der NASA haben Daten geliefert, die die Erdoberfläche in einem neuen Licht zeigen – und die Bilder erinnern an das Phänomen der Cellulite. Die feinen Unebenheiten und Dellen, die auf den ersten Blick unsichtbar bleiben, werden durch Schwerkraftmessungen und Höhenprofile sichtbar.

Was die Satelliten wirklich sehen

Die Erde besitzt keine exakte Kugelform, sondern ist ein sogenannter Geoid – eine komplexe Form, die durch die ungleichmäßige Verteilung der Masse im Erdinneren entsteht. Während die Kugelform aus der Ferne bestehen bleibt, zeigen die NASA-Daten Abweichungen von bis zu 100 Metern von der idealen Kugel. Diese Unregelmäßigkeiten werden durch Ozeanströmungen, Gebirgszüge und Dichteunterschiede im Erdinneren verursacht.

„Die Daten aus dem All sind revolutionär“, erklärt ein Sprecher der NASA. „Sie erlauben uns, die Erde in einer noch nie dagewesenen Genauigkeit zu vermessen. Die Oberfläche ist wie ein unruhiges Meer, nur eben aus Gestein und Wasser.“ Die Satellitenmissionen GRACE und GOCE haben diese Erkenntnisse ermöglicht, indem sie winzige Schwankungen im Gravitationsfeld der Erde aufzeichnen.

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Warum die Erde keine perfekte Kugel ist

Die Abplattung an den Polen ist seit Langem bekannt: Die Erde ist am Äquator dicker als an den Polen. Doch die neuen Bilder zeigen eine viel feinere Struktur. Regionen wie der Himalaya oder der Pazifikgraben hinterlassen ihre Spuren im Gravitationsfeld und damit in der Form des Geoids. Die NASA bezeichnet diese Phänomene als „gravitative Dellen“.

Ein Beispiel: Vor der Küste Indiens befindet sich eine der auffälligsten Senken im Geoid, die fast 100 Meter tiefer liegt als der Durchschnitt. Dies wird durch einen Mangel an schweren Gesteinsschichten im Erdinneren erklärt. Solche Details sind nicht nur von akademischem Interesse, sondern haben praktische Bedeutung für die Klimaforschung und die Navigation.

Bedeutung für die Wissenschaft

Die genaue Kenntnis des Geoids ist entscheidend für die Messung von Meeresspiegelanstiegen. Wenn Satelliten die Höhe der Ozeane messen, müssen sie die Abweichungen des Geoids berücksichtigen, um zuverlässige Daten zu erhalten. Auch für die Wettervorhersage und die Erdbebenforschung sind diese Daten von Nutzen.

Die NASA betont, dass die neuen Erkenntnisse unser Bild von der Erde nachhaltig verändern. „Wir sehen jetzt, dass die Erde in ihrer Struktur lebendig ist“, so der Sprecher. „Die Cellulite der Erde ist kein Fehler, sondern ein Zeichen für die dynamischen Prozesse, die unseren Planeten formen.“

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