Am zweitgrößten Londoner Flughafen Gatwick herrschte am Mittwoch stundenlanges Chaos wegen eines Totalausfalls der Wasserversorgung. Sämtliche Toiletten und Waschbecken fielen aus, Restaurants und Bars mussten schließen. Betroffen waren beide Terminals. Reisende und Personal standen mehr als acht Stunden ohne funktionierende Sanitäranlagen da. Der Flughafenbetreiber entschuldigte sich auf der Plattform X bei den Passagieren und sprach von „Beeinträchtigungen“.
Stromausfall im Wasserwerk legt Gatwick lahm
Ursache war ein Stromausfall im Wasserwerk Bough Beech im Südosten Englands, der die Pumpen außer Betrieb setzte. Auch in angrenzenden Bezirken kam es zu Engpässen bei der Wasserversorgung. Der Flughafen bot laut eigenen Angaben abgefülltes Wasser an – doch viele Passagiere widersprachen: Es habe kein Wasser gegeben. Der Flugverkehr selbst blieb laut Betreiber unbeeinträchtigt.
Passagiere sitzen auf dem Boden – keine Sitzplätze
Michael Dugher, ehemaliges Parlamentsmitglied, berichtete in sozialen Medien, dass Passagiere, darunter Familien, aufgrund fehlender Sitzgelegenheiten auf dem Boden säßen. Bars und Restaurants seien geschlossen gewesen. Einige Bereiche mit Sitzmöglichkeiten wurden von Personal abgesperrt. Fotografen hielten die Zustände fest: Reisende hockten auf dem Fußboden, während die Toiletten unbenutzbar blieben.
Wasserversorgung normalisiert sich erst am Abend
Gegen Abend gab der Flughafen Entwarnung: Der Wasserdruck normalisiere sich langsam. Der Wasserversorger SES Water bestätigte, dass das Aufbereitungswerk Bough Beech wieder in Betrieb sei. Allerdings werde es noch mehrere Stunden dauern, bis das Wasser vollständig aufbereitet und der Druck stabil sei. Bis dahin blieben die Toiletten geschlossen.
Passagier kritisiert mangelnde Vorbereitung
Paul Lee, ein Passagier am Flughafen, sagte dem TV-Sender BBC: „Für Menschen, die auf die Toilette müssen, ist das keine gute Situation. Ich fliege bald ab, daher ist es für mich in Ordnung. Aber für Passagiere, die erst in ein paar Stunden reisen, wird das problematisch sein.“ Die Flughafenleitung entschuldigte sich bei allen Betroffenen und verwies auf die unerwartete Natur des Stromausfalls.
Acht Stunden ohne sanitäre Anlagen – Folgen für Reisende
Besonders für Familien mit Kindern, ältere Menschen und Reisende mit gesundheitlichen Einschränkungen war die Situation belastend. Da auch die Restaurants geschlossen waren, gab es zudem kein warmes Essen oder Getränke. Der Flughafen verteilte lediglich Wasserflaschen – nach Aussagen vieler Passagiere jedoch nicht ausreichend. Die genaue Zahl der betroffenen Reisenden ist nicht bekannt, doch an einem normalen Tag nutzen rund 40.000 Menschen Gatwick.
Der Vorfall wirft Fragen zur Notfallversorgung des Flughafens auf. Kritiker fordern bessere Backup-Systeme für die Wasserversorgung, um solche Ausfälle in Zukunft zu verhindern. Gatwick ist nach Heathrow der zweitgrößte Flughafen Londons und eine wichtige Drehscheibe für Europa- und Interkontinentalflüge.



