Erfurt startet Amphibienschutz: Krötentunnel und mobile Zäune für sichere Wanderung
Der Frühling kündigt sich an und mit ihm erwachen die seltenen Amphibien aus ihrem Winterschlaf. In der Landeshauptstadt Erfurt laufen nun die Vorbereitungen auf Hochtouren, um Kröten und Molchen eine sichere Wanderung zu ihren Laichplätzen zu ermöglichen. Eine Sprecherin der Stadt bestätigte, dass mit mobilen Zäunen und speziellen Tunneln verhindert werden soll, dass die Tiere auf den Straßen zu Schaden kommen.
Gefährliche Straßenquerungen für langsame Wanderer
Mehrere stark befahrene Verkehrsadern in Erfurt durchschneiden die traditionellen Wanderrouten der Amphibien zu Teichen und Tümpeln, wo sie ihre Eier ablegen. Besonders bei kühler Witterung bewegen sich die Tiere nur langsam fort und werden von Autofahrern leicht übersehen. Um die Gefahren für Kröten, Teichmolche und Kammmolche zu minimieren, installieren Mitarbeiter des Umwelt- und Naturschutzamtes bereits jetzt umfangreiche Schutzanlagen.
In wenigen Wochen beginnt die Hauptphase der Amphibienwanderung, die typischerweise bei milderen Temperaturen und feuchtem Wetter einsetzt. Die Stadt Erfurt ergreift vielfältige Maßnahmen, um den Tieren das Überqueren der Straßen zu erleichtern und Unfälle zu vermeiden.
Krötentunnel im Steigerwald und mobile Barrieren
Der bekannte Krötentunnel im Steigerwald unter der Rhodaer Chaussee wird bis zum Start der Wanderung gründlich gereinigt und auf mögliche Schäden überprüft. Wo feste Querungshilfen wie Tunnel nicht vorhanden sind, setzt die Stadt auf ergänzende Schutzvorkehrungen.
In folgenden Bereichen werden mobile Schutzzäune errichtet:
- Windischholzhausen zwischen Teichgasse und Alfred-Brehm-Straße
- Entlang der Schellrodaer Straße
Die Amphibien laufen an diesen Barrieren entlang und fallen in speziell eingegrabene Eimer, die zweimal täglich von engagierten Helfern geleert werden. Auf diese Weise gelangen die Tiere sicher auf die andere Straßenseite, ohne dem Verkehr ausgesetzt zu sein.
Umfassende Schutzmaßnahmen in mehreren Stadtteilen
In der Sömmerdaer Straße, der Heinrich-Queva-Straße sowie der Bodenfeldallee stehen den Amphibien sowohl Tunnel als auch Schutzzäune zur Verfügung. Diese kombinierten Systeme gewährleisten einen optimalen Schutz für die wandernden Tiere.
Die Stadt Erfurt appelliert zudem an alle Verkehrsteilnehmer, besonders aufmerksam zu sein und Rücksicht auf die kleinen Wesen zu nehmen, falls sie sich doch einmal auf die Fahrbahn verirren sollten. Durch diese gemeinsamen Anstrengungen soll das Überleben der seltenen Amphibienpopulationen in der Region langfristig gesichert werden.



