Traurige Nachricht aus dem Rostocker Zoo: Schneeleopardin Emba verstorben
Im Rostocker Zoo hat sich ein trauriges Ereignis zugetragen: Die Schneeleopardin Emba musste nach langer Krankheit eingeschläfert werden. Die im Jahr 2008 geborene Katzendame erreichte mit knapp 20 Jahren ein für ihre Art hohes Alter, doch zuletzt machten ihr gesundheitliche Probleme schwer zu schaffen.
Schwere Nieren- und Blasenentzündung führte zur Entscheidung
Laut Angaben des Zoos litt Emba unter einer schweren Nieren- und Blasenentzündung, die durch bereits bestehende Nierenveränderungen zusätzlich kompliziert wurde. Seit etwa einem Jahr hatten auffällige Blutwerte die Tierärztinnen und Pfleger alarmiert. Obwohl verschiedene Behandlungen zunächst Wirkung zeigten und die Werte sich stabilisierten, überwog am Ende das Leiden der betagten Katze.
„Die Entscheidung fiel uns schweren Herzens“, teilte der Zoo auf Social Media mit. Säugetierkuratorin Daniela Lahn erklärte: „Emba war sehr zutraulich bei Menschen, die sie kannte, eigenwillig und bis zum Schluss sehr verspielt.“ Zwei erfahrene Pflegerinnen hatten die Schneeleopardin über viele Jahre begleitet, und für das gesamte Team ist der Verlust deutlich spürbar.
Embas Körper wird für wissenschaftliche Untersuchungen genutzt
Entgegen einiger Spekulationen in den sozialen Medien wird Embas Körper nicht an andere Zootiere verfüttert. Stattdessen wird er an das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LALLF) übergeben. Dort sollen pathologische Untersuchungen durchgeführt werden, um mehr über die Erkrankung zu erfahren.
„Wir teilen laufend Blutwerte und nun auch den pathologischen Bericht von Emba mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm und anderen Zoos“, erläuterte Lahn. Auf diese Weise können sowohl Normwerte bestimmt als auch Krankheiten bei Schneeleoparden besser erforscht werden.
Wie geht es weiter mit Kater Barid?
Zurück bleibt nun der Schneeleoparden-Kater Barid, der 2015 in Köln geboren und 2017 nach Rostock überführt wurde. Die Versuche, Emba und Barid zu verpaaren, waren leider nicht erfolgreich, sodass die Schneeleopardin keine Jungtiere bekam.
Die Zukunft von Barid hängt nun von den Empfehlungen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) ab. Dieses Programm gibt gezielte Empfehlungen zu Verpaarungen und prüft, welche Tiere genetisch gut zusammenpassen. „Unser Kater Barid soll gerne noch einmal züchten, deshalb sucht das EEP im Moment eine passende Katze für ihn“, so Lahn.
Schneeleoparden sind weiterhin gefährdet
Der Schneeleopard steht auf der Roten Liste der Internationalen Union zur Bewahrung der Natur (IUCN) als „gefährdet“. Ihr natürlicher Lebensraum in intakten Hochgebirgsökosystemen schrumpft durch den Klimawandel zunehmend. Zusätzlich werden die Tiere teilweise von der Bevölkerung bejagt, wenn sie Nutztiere angreifen, und illegal gejagt, um Fell und Knochen auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen.
Der Rostocker Zoo verfügt über ein Außengehege von 850 Quadratmetern für seine Schneeleoparden, ergänzt durch ein nicht einsehbares Absperrgehege und mehrere Boxen im Haus. Die Zukunft dieses Geheges und die Suche nach einer neuen Partnerin für Barid bleiben vorerst offene Fragen, die in den kommenden Wochen geklärt werden sollen.



