81. Sommerliche Musiktage Hitzacker: Haydn-Schwerpunkt und Jazz mit Till Brönner
81. Sommerliche Musiktage Hitzacker: Haydn und Jazz

Die 81. Sommerlichen Musiktage Hitzacker, das älteste Kammerfestival Deutschlands, beginnen am Samstag und dauern neun Tage. Im Mittelpunkt steht der österreichische Komponist Joseph Haydn (1732–1809). In 23 Konzerten wird sein Werk erkundet, ergänzt durch moderne Interpretationen und genreübergreifende Programme.

Eröffnung mit Oliver Wille und Giovanni Sollima

Festival-Intendant und Geiger Oliver Wille eröffnet das Festival am Samstag (16.04 Uhr) im Verdo-Konzertsaal gemeinsam mit dem italienischen Cellisten Giovanni Sollima. Das Repertoire reicht von traditioneller Musik verschiedener Kulturen über Haydn bis zu Jimi Hendrix und eigenen Werken. „Er hat eine neue Sprache erfunden, er hatte aus meiner Sicht keine Vorbilder“, sagt Wille über Haydn. „Für uns bedeutet es eine Herausforderung, es ist nicht so leicht, Haydn zu spielen.“ Wille betont, dass Komponisten wie Franz Schubert, Wolfgang Amadeus Mozart und Johannes Brahms sich an Haydn orientiert hätten. Mozart nannte ihn liebevoll „Papa“ wegen seiner Vielfalt.

Katharina Thalbach liest aus Haydns Briefen

Am 28. Juli um 11.11 Uhr liest Schauspielerin Katharina Thalbach aus Haydns Briefen, in denen er seine Zeit in London beschreibt und sich auch dem Thema Frauen widmet. Begleitet wird sie von der armenischen Komponistin Marianna Shirinyan. Ein weiteres Highlight ist „Haydn jazzt“ am 31. Juli (17.05 Uhr) mit Trompeter Till Brönner und Pianist Frank Chastenier.

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Neue Formate: Debüt-Marathons und Ballett

Erstmals werden zwei Debüt-Marathons (26. Juli und 1. August) veranstaltet, um junge Talente zu entdecken. Beim Abschlusskonzert am 2. August (11.11 Uhr) tritt das Kuss Quartett von Wille gemeinsam mit Hamburger Balletttänzern auf.

Finanzielle Herausforderungen

Das Gesamtbudget beträgt rund 443.000 Euro. 18 Prozent kommen aus öffentlichen Mitteln wie dem Land Niedersachsen, 32 Prozent von Stiftungen und Sponsoren, der Rest über Kartenerlöse. Inflationsbedingt steigende Preise und stagnierende Besucherzahlen erhöhen den Förderbedarf. „Eine Herabsetzung der künstlerischen Qualität kommt keinesfalls infrage“, betonen die Organisatoren um Gerrit Glaner, Vorstandsvorsitzender des Trägervereins. Viele Künstler treten trotz geringer Gagen auf. Die Ticketpreise liegen zwischen 21 und 54 Euro. Erstmals gibt es ein Kontingent an Sozialtickets nach dem Motto „Keiner bleibt draußen“. 2025 wurden rund 8.600 Tickets verkauft, 2026 werden 10.000 angestrebt.

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