Philippe Sands erhält Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2025
Friedenspreis für Menschenrechtsanwalt Philippe Sands

Der französisch-britische Jurist und Autor Philippe Sands erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2025. Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung wird traditionell zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse am 11. Oktober verliehen. Sands, der als Menschenrechtsanwalt am Internationalen Gerichtshof in Den Haag tätig ist, wird für sein Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Verteidigung des Völkerrechts geehrt.

Würdigung durch den Börsenverein

Sebastian Guggolz, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und Vorsitzender des Stiftungsrats, lobte Sands als „Nachkommen von Holocaustüberlebenden“, der entlang der eigenen Familiengeschichte zeige, wie das Völkerrecht entstanden sei und welche Erfahrungen hinter den Tatbeständen „Genozid“ und „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ stünden. Der Preis wird seit 1950 vom Börsenverein vergeben und würdigt Persönlichkeiten, die in Literatur, Wissenschaft oder Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen haben.

Leben und Wirken von Philippe Sands

Philippe Sands wurde 1960 in London geboren. Er ist Professor für Internationales Recht am University College London sowie Gastprofessor an der Harvard Law School. Am Internationalen Gerichtshof in Den Haag wirkte er an bedeutenden Verfahren des internationalen Rechts mit, unter anderem für Palästinenser und Rohingya. Gemeinsam mit anderen Juristen entwickelte er den Tatbestand des „Ökozids“ für Umweltschäden durch globale Erderwärmung.

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Literarische Werke und Verbindung von Biografie und Völkerrecht

Neben juristischer Fachliteratur veröffentlicht Sands auch literarische Sachbücher. Der Stiftungsrat hob hervor, dass seine Herangehensweise „jenseits der üblichen Grenzen zwischen Sachbuch, literarischer Erzählung und Reportage“ liege: Er verbinde persönliche Lebensgeschichten mit den großen Fragen des Völkerrechts. In Werken wie „Rückkehr nach Lemberg“ und „Die Rattenlinie“ schreibt er gegen das Vergessen an. Zwei Strafverfahren, an denen er am Internationalen Gerichtshof beteiligt war, bilden die Grundlage für „Die letzte Kolonie“ und „Die Verschwundenen von Londres 38“.

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