Der ungarische Schriftsteller András Visky und die Übersetzerin Timea Tankó sind am Freitagabend im Haus der Kulturen der Welt (HKW) in Berlin mit dem Internationalen Literaturpreis ausgezeichnet worden. Geehrt wurde ihr gemeinsamer Roman „Die Aussiedlung“, der die Geschichte einer Familie erzählt, die in die ostrumänische Steppe deportiert wird.
Ein Buch über die Bindung in der Zerrüttung
Die Jury lobte das Werk als „eigenwilliges Buch der Gefangenschaft“ und betonte die „rätselhafte Fähigkeit von Menschen, sich im Angesicht der Verwüstung aneinander binden zu können, wenn alles andere zerbricht“. Visky gelinge es, diese Thematik in einer „riskanten Sprache“ darzustellen, so die Jury, der unter anderem die Musikerin Joy Denalane angehörte.
Dotierung und Bedeutung des Preises
Der Internationale Literaturpreis ist mit insgesamt 35.000 Euro dotiert, von denen 20.000 Euro an den Autor und 15.000 Euro an die Übersetzerin gehen. Der Preis zeichnet ein herausragendes Werk der internationalen Gegenwartsliteratur in deutscher Erstübersetzung aus. Er wurde zum 18. Mal vom HKW und der Stiftung Elementarteilchen vergeben.
Im vergangenen Jahr hatte der Preis erstmals ein lyrisches Werk gewürdigt: „Autobiographie des Todes“ der Südkoreanerin Kim Hyesoon, übersetzt von Sool Park und Uljana Wolf.



