Christine Wunnicke erhält Georg-Büchner-Preis 2026
Wunnicke erhält Georg-Büchner-Preis

Die Schriftstellerin Christine Wunnicke erhält den diesjährigen Georg-Büchner-Preis, eine der bedeutendsten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt gab die Entscheidung am 9. Juli 2026 bekannt.

Jury lobt „Verblüffungskraft“ und „Eigensinn“

In ihrer Begründung hob die Jury Wunnickes „stets überraschendes und souverän konzipiertes Erzählwerk“ hervor, das an Schauplätzen wie Hollywood, Nagasaki oder Paris spiele. Besonders betont wurde die „Verblüffungskraft ihres Œuvres“ sowie der „unbekümmerte Eigensinn“ und die „unbeirrbare Arbeit eines Vierteljahrhunderts“. Die Jury würdigte zudem Wunnickes Fähigkeit, im vermeintlich Historischen das Fiktionale sichtbar zu machen und so einen neuen Blick auf die europäische Wissenschafts- und Kolonialgeschichte zu ermöglichen, „ohne dabei die Empathie für ihre Figuren zu verleugnen“.

Bekannt für historische Romane

Wunnicke ist vor allem als Autorin historischer Romane bekannt. Ihr jüngstes Buch „Wachs“, das im Frankreich des 18. Jahrhunderts spielt, erschien 2025 und stand erneut auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Bereits zuvor wurde sie für ihr Gesamtwerk mit dem Jean-Paul-Preis ausgezeichnet, und in diesem Jahr erhielt sie den Literaturpreis der Darmstädter Jury „Buch des Monats“ für „Wachs“. Ihr Roman „Der Fuchs und Dr. Shimamura“ (2015) handelt von einem japanischen Nervenarzt, „Katie“ (2017) von der Begegnung des Physikers William Crookes mit der Verrenkungskünstlerin Florence Cook. Für „Die Dame mit der bemalten Hand“ (2020) erhielt sie den Wilhelm Raabe-Literaturpreis und stand erneut auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises.

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Werdegang und Schaffen

Christine Wunnicke wurde 1966 in München geboren und studierte Linguistik, Altgermanistik und Psychologie in Berlin und Glasgow. Nach dem Studium arbeitete sie in der Wissenschaftsverwaltung der Max-Planck-Gesellschaft in München. Seit Anfang der 1990er Jahre ist sie als Autorin tätig, zunächst mit Hörspielen und Radiofeatures, seit über 20 Jahren auch mit Romanen. Ihr Werk zeichnet sich durch Sprachwitz und eine Verbindung von Unterhaltung und anspruchsvoller Reflexion aus, ohne selbstreferenziell zu werden, so die Akademie.

Preisverleihung am 24. Oktober

Die feierliche Verleihung des mit 50.000 Euro dotierten Preises findet am 24. Oktober im Staatstheater in Darmstadt statt. Die Laudatio wird die Schriftstellerin Judith Schalansky halten. Der Georg-Büchner-Preis wird seit 1951 vergeben und zählt zu den wichtigsten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Namensgeber ist der Dramatiker und Revolutionär Georg Büchner („Woyzeck“), der 1813 im Großherzogtum Hessen geboren wurde und 1837 in Zürich starb. Zu den früheren Preisträgern gehören Max Frisch (1958), Günter Grass (1965), Heinrich Böll (1967) sowie in jüngerer Zeit Terézia Mora, Lukas Bärfuss, Elke Erb, Clemens J. Setz, Oswald Egger und Ursula Krechel.

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