Sommerzeit ist Lesezeit: Prominente verraten ihre Buchtipps
Berlin – Machen Sie das Handy aus und klappen Sie das Buch auf! Was einfach klingt, fällt vielen trotz Urlaub erstaunlich schwer. Deshalb hat BILD zahlreiche Prominente aus Politik, Wirtschaft, dem Showgeschäft und dem Buchhandel gefragt, welche Seiten für sie in diesem Sommer die schönsten sind. Die persönlichen Leseempfehlungen reichen von berührenden Romanen über motivierende Sachbücher bis hin zu humorvollen Werken – für entspannte Stunden am Strand, am Pool oder auf dem Balkon.
Showgrößen und ihre literarischen Begleiter
Schauspielerin Simone Thomalla (61) greift in diesem Sommer zu zwei ganz unterschiedlichen Werken: „Ich lese ,Es war nicht anders möglich‘ von Svenja Liesau und ,Das Schlimmste kommt erst noch‘ von Charles Bukowski. Und wenn das Schlimmste erst noch kommt, habe ich einen Grund, jetzt froh und zufrieden zu sein.“
Moderatorin Sonya Kraus (53) setzt auf ein Buch, das die psychische Widerstandskraft stärkt: „Can’t Hurt Me: Beherrsche deinen Geist und erreiche jedes Ziel“ von David Goggins. „Das fanden sogar meine Teenager super. Ist ein super Resilienzbuch, stärkt die psychische Widerstandskraft“, so Kraus zu BILD.
Andrea Kiewel (61) ist begeistert von John Irvings „Königin Esther“: „Dieses Buch ist wie eine Reise um die ganze Welt. Im Gepäck sind Liebe, historische Fakten und Charaktere, wie sie nur John Irving erfinden kann. Bestes Urlaubsbuch ever!“
Marijke Amado (72) empfiehlt „Yesteryear“ von Caro Claire Burke: „Das ist ein schönes Sommerbuch. Es untersucht Traditionen, Ruhm, Glauben, Rollenverteilung und das Frau-Sein. Dabei ist es auch noch echt humoristisch.“
Evelyn Burdecki (37) liest „Wo ein Fuck it, da ein Weg“ von Andrea Weidlich: „Das ist herrlich! Das ist gerade meine Sommerlektüre, unglaublich gut! Nebenbei lese ich auch noch ,Tausend strahlende Sonnen‘ von Khaled Hosseini. Ein etwas schwerer Stoff, der einem das Herz zerreißt.“
Joachim Llambi (61) empfiehlt „Nein sagen“ von Matthias Brandt: „Es geht darum, auch mal Nein zu sagen und es nicht immer allen recht machen zu wollen. Sehr interessant.“
Andrea Kaiser (44) schwärmt von „Factfulness“ von Hans Rosling: „Wie eine Wellnessbehandlung fürs Gehirn und die Seele. In einer Welt, in der man das Gefühl hat, dass alles immer schlimmer wird, richtet dieses Buch – basierend auf klaren Fakten – den Blick auf das, was gerade in der Welt richtig gut läuft.“
Ronja Forcher (30) liest „Der erste letzte Tag“ von Sebastian Fitzek: „Ich bin kein Krimi-Leser, und Sebastian Fitzek ist offensichtlich Krimi-Autor. Als ich gesehen habe, dass er einen Nicht-Krimi geschrieben hat, habe ich den unbedingt lesen müssen. Ich habe das Buch in Italien am Strand gelesen und habe laut gelacht!“
Bettina Tietjen (66) empfiehlt „Mein Unglück beginnt damit, dass der Stromkreis als Rechteck abgebildet wird“ von Saša Stanišić: „Eine Sammlung von Reden, die er bereits gehalten hat, und anderen, die er wahrscheinlich nie halten wird. Der Untertitel ,Eine Ermutigung‘ sagt schon alles: Diese feinen Texte appellieren an uns, auch in den schlimmsten Zeiten nie aufzugeben.“
Johannes Oerding (44) liest „Das Leben fing im Sommer an“ von Christoph Kramer: „Der Christoph Kramer hat sich da mal als Autor versucht, und das Buch ist wirklich total gut geworden. Es ist so ein bisschen dieses Coming-of-Age-Genre, was er echt gut getroffen hat.“
Ursula Karven (61) setzt auf „Wut und Wärme“ von Düzen Tekkal und Tugba Tekkal: „Ich habe mir für meinen Urlaub in Italien ,Wut und Wärme: Wie wir mit Schwesternschaft Deutschland verändern‘ bestellt, weil es ,German Dream‘ statt ,German Angst‘ ist. Und ich denke, das braucht das ganze Land.“
Comedian Kalle Pohl (74) liest „Mark Twain für Boshafte“: „Sehr amüsant und nach wie vor sehr zutreffend.“
Axel Milberg (69) findet in „Udo Fröhliche“ von Benjamin von Stuckrad-Barre genau das, was ein gutes Buch braucht: „Ein Lexikon von A–Z über Udo Lindenberg. Stuckrad-Barre schreibt unglaublich modern, aber auch tief und nicht vorhersehbar.“
Alexander Klaws (42) liest die Biografie von Matthew Perry: „Friends, Lovers, and the Big Terrible Thing. Die Geschichten, die er darin erzählt, sind unglaublich berührend. Es geht um sein Leben, Alkohol in der Schauspielbranche, Verarbeitung von Kindheitstraumata, und es bleibt eines meiner absoluten Lieblingsbücher.“
Bärbel Schäfer (62) nimmt „Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft“ mit: „Spannend bis zur letzten Seite. In dem Buch ist es dystopisch und apokalyptisch. Es brennt in den Wäldern und auf den Screens. Ich habe es nicht weglegen können.“
Meltem Kaptan (46) liest „Gebt mir etwas Zeit“ von Hape Kerkeling: „Darin erzählt er von seiner Vergangenheit, seiner Familie, seinen Ahnen und den Nachforschungen dazu. Ich finde das unglaublich spannend. Für mich hat das Buch aber noch eine ganz besondere Bedeutung. Ich habe Hape in den letzten Monaten bei den Dreharbeiten zu ,Horst Schlämmer sucht das Glück‘ richtig kennenlernen dürfen. Dabei ist eine wirklich schöne Freundschaft entstanden.“
Model Kim Hnizdo (30) empfiehlt „Female Finance“ von Janine Ullmann: „Damit ich nächsten Sommer noch mehr Urlaub machen kann. Finanzplanung ist wirklich wichtig.“
Ballermann-Star Lorenz Büffel (47) taucht in „Star Wars – Das ultimative Buch“ ein: „Ich bin seit meiner Kindheit ein riesiger Fan, habe sogar ein kleines Museum zu Hause mit Tausenden Sammlerstücken. Jetzt, wenn ich vier Tage freihabe, will ich wieder tief in die Galaxis eintauchen.“
Sängerin Frenzy (33) liest „Das Café am Rande der Welt“ von John Strelecky: „Das Buch zeigt auf eine einfache Art, dass man sich zwischendurch auch mal fragen sollte, was einem wirklich wichtig ist und was einen glücklich macht. Gerade wenn man viel unterwegs ist, finde ich diese Perspektive total schön.“
Politiker und ihre Sommerlektüre
Unionsfraktionschef Jens Spahn (46, CDU) liest „Der Kaiser von Dahlem“ von Sam Apple: „Das Buch gab’s zum Geburtstag und ist jetzt endlich dran. Eine Geschichte über Wille und Ambition in schwieriger Zeit.“
SPD-Chefin und Arbeitsministerin Bärbel Bas (58) setzt auf „Wir waren Heldinnen – Wie Frauen den Fußball eroberten“ von Torsten Körner: „Ein Buch über starke Frauen, die sich mutig einen Platz in der Männerdomäne Fußball erobert haben. Mittlerweile sind Frauen im Fußball etabliert. Das zeigt, es lohnt sich, für echte Gleichstellung zu kämpfen. Ähnlichkeiten zur Politik sind natürlich rein zufällig.“
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (50, CDU) möchte „Unsere Spielzeit ist jetzt“ von Josefine Schneiders lesen: „Sport begeistert mich seit meiner Jugend – ganz besonders Handball. Mich fasziniert, wie Menschen im Team über sich hinauswachsen, welche Kraft gemeinsamer Einsatz entfalten kann und wie eng Erfolg und Rückschläge oft zusammenliegen. Deshalb interessiert mich dieses Buch: Ich erwarte spannende Einblicke in den Weg einer jungen Spitzensportlerin.“
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (69, CSU) liest diesen Sommer ein Buch sogar zum zweiten Mal: „Im Urlaub im August werde ich zunächst ein zweites Mal ,Blackout‘ von Marc Elsberg sorgfältig durchlesen und dann ,Suche Frieden und jage ihm nach‘ von Benediktinerabt Johannes Eckert.“
Markus Söder (59, CSU) empfiehlt „Der Astronaut“ von Andy Weir: „Auf meiner Leseliste steht ,Der Astronaut‘ von Andy Weir, der schon ,Der Marsianer‘ geschrieben hat – ein wirklich tolles Buch und einer meiner Lieblingsfilme. Der Weltraum und all seine Geheimnisse und Möglichkeiten für die Menschheit haben mich schon immer fasziniert. Und der humorvolle Erzählstil von Andy Weir schadet natürlich auch nicht, um beim Lesen den Kopf freizubekommen.“
SPD-Chef und Vizekanzler Lars Klingbeil (48) liest „Schicksalsstunden einer Demokratie. Das aufhaltsame Scheitern der Weimarer Republik“ von Volker Ullrich: „Es liegt an uns allen, die Demokratie zu verteidigen. Gegen Extremisten keinen Millimeter zurückzuweichen. Rechtsradikalen niemals eine Machtoption zu geben. In der politischen Mitte stark zu sein und zusammenzuhalten.“
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (58, CDU) nimmt „Wie die Tiere“ von Wolf Haas mit nach Island: „Die Brenner-Romane sind Kult.“
Grünen-Chefin Franziska Brantner (46) nimmt sich „Guten Morgen, schönes Wetter heute“ von Tanja Kokoska vor: In dem Buch geht es darum, wie Menschen vor Ort in ihrer Nachbarschaft zusammenkommen und so Verbindungen im Alltag stärken.
BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht (56) liest „Realtalk: Lehreralltag“ von Jonas Schreiber: „Ein sehr lesenswertes Buch über das Desaster des deutschen Bildungssystems und was geschehen muss, damit Deutschland nicht immer mehr zu einem Land der Ungebildeten und Rechenschwachen wird. Als Realschullehrer kennt der Autor den Schulalltag aus nächster Nähe. Sein Plädoyer: Wir brauchen eine leistungsorientierte Bildung für alle Kinder statt einer ständigen Absenkung der Standards.“
Wirtschaftsgrößen und ihre Buchtipps
Trigema-Legende Wolfgang Grupp (84) empfiehlt „Warum sind Sie reich, Herr Deichmann?“: „Ich habe das Buch gelesen und kann es jedem empfehlen. Hier wird geschildert, was ein verantwortungsvoller Unternehmer für die Allgemeinheit tun kann, wenn er Leistung und damit ,Geld verdienen‘ mit Verantwortung verbindet. Solche Unternehmer braucht unser Heimatland.“ Seine Frau Elisabeth Grupp (60) empfiehlt „Wenn die Sonne untergeht“ von Florian Illies: „In kurzweiligen, einfühlsamen Episoden wird die Flucht ins Exil nach Frankreich der Familie von Thomas Mann erzählt.“
Oliver Dörre (57), CEO von Hensoldt, liest „Splendido. Aperitivo“: „Meine Liebe zu Italien ist kein Geheimnis. Und wenig ist so italienisch wie der Aperitivo. Mercedes Lauenstein und Juri Gottschall haben diesem Ritual ein wunderbares Buch gewidmet, mit mehr als 70 Rezepten aus allen Regionen des Landes. Ich lese es in diesem Sommer weniger auf dem Liegestuhl als in der Küche, mit Einkaufszettel daneben.“
Oliver Burkhard (54), CEO von TKMS, liest „Irrenhaus am Ende der Welt“ von Julian Sancton: „Ich mag gut recherchierte Dokus. Das ist ein packendes, filmreif geschriebenes Buch nach wahren Ereignissen über Pioniergeist, Ausdauer und Widerstandsfähigkeit in herausfordernden Situationen. Zwischen den vielen Geschäftsterminen genau das Richtige für mich, um privat gut abschalten zu können.“
Verena Pausder (47), Vorsitzende des Startup-Verbands, empfiehlt „Für Polina“ von Takis Würger: „Keinen anderen Roman habe ich so viel empfohlen und verschenkt wie diesen! Ein tief berührendes Buch voller Brüche und Umbrüche, welches lange nachwirkt.“
Nina Ruge (69) liest „It Didn’t Start With You“ von Mark Wolynn: „Es handelt von dem, was uns unbewusst über Generationen geprägt hat und was wir in uns tragen. Meine Vorfahren väterlicherseits waren jüdisch, sie hießen Katzenellenbogen. Nachgewiesen über 35 Generationen, viele davon Oberrabbiner. Ich habe mich im Januar sehr intensiv mit meiner Geschichte befasst. Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden. Ich hoffe, nach der Lektüre viele meiner starken Träume deuten zu können, die in der Wüste Israels spielen. Dieses Buch ist jetzt das richtige zu meinem 70. Geburtstag.“
Buchhändler geben ihre Profi-Tipps
Stefanie Wellner (43) von Lenis Buchladen in Kirchhain greift zu Kea von Garniers „Restsommer“: „Es ist eine herzerwärmende Liebesgeschichte. Es geht um Dominik, der allein mit seinem Vater im beschaulichen Ort Schönacker lebt und quasi schon als Nachfolger für das Bestattungsunternehmen verplant ist. Er hat Angst, in Schönacker zu versauern, bis der Junge Biff aus Berlin neu in die Klasse kommt. Die Autorin beschäftigt sich gekonnt mit dem Erwachsenwerden, Erwartungen, der Suche nach der eigenen Identität und der ersten großen Liebe. Domi und Biff, die beiden Jungs, die sich zögernd annähern, habe ich sehr ins Herz geschlossen.“
Vanessa Eggers (44) von der Hamburger Krimiwelt empfiehlt „Voices – Ich kann euch hören“ von Natalie Chandler: „Es ist ein beklemmender Thriller um die junge Frau und Mutter Tamsin, die nach einem Autounfall im Wachkoma liegt. Tamsin bekommt alles um sich herum mit, aber niemand merkt es. Ein Wettrennen gegen die Zeit beginnt, und Tamsin wird einen Weg finden müssen, um auf sich aufmerksam zu machen.“
Simone Grimminger (50) von der Stadtbuchhandlung in Aalen empfiehlt „Tata – oder das Geheimnis meiner Tante Colette“ von Valérie Perrin: „Das Buch beginnt damit, dass Agnes einen Anruf von der Polizei erhält, dass ihre Tante Colette verstorben sei, die eigentlich schon vor drei Jahren beerdigt wurde. Agnes’ Nachforschungen bilden den Rahmen in diesem wendungsreichen Roman, in welchem emotionale und tiefgründige Themen feinfühlig ausbalanciert werden. Persönliche Erinnerungen und Unwahrheiten greifen nach und nach ineinander und bilden eine Geschichte, die sich wie ein Krimi lesen lässt. Für mich ist dieses Buch eine Mischung aus Familienroman, Spannung und Spurensuche, die perfekte Sommerlektüre!“
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