Bülent Ceylan an der Staatsoper Berlin: Coup mit Buhrufen
Bülent Ceylan an der Staatsoper Berlin: Coup mit Buhrufen

Der Staatsoper Berlin ist mit der Besetzung des Comedians Bülent Ceylan in Mozarts „Entführung aus dem Serail“ ein Coup gelungen. Bei der Premiere am vergangenen Abend gab es jedoch nicht nur Beifall, sondern auch Buhrufe. Das berichtet der Tagesspiegel.

Ein ungewöhnlicher Schritt für die Staatsoper

Die Inszenierung von Mozarts Singspiel aus dem Jahr 1782, das im Wiener Burgtheater uraufgeführt wurde, gilt als politisch brisant. Nur wenige Opern bieten eine so zwingende politische Lesart wie die „Entführung aus dem Serail“. Die Besetzung Ceylans, eines der bekanntesten deutschen Comedians türkischer Abstammung, verleiht der Produktion eine zusätzliche Dimension.

Bülent Ceylan, bekannt für seine scharfzüngigen Programme und seine Rolle als „Mutter Türk“ und „Harry G.“, gab sein Debüt an der Staatsoper. Er spielte den Osmin, eine Rolle, die traditionell von einem Bass gesungen wird. Ceylan, der keine klassische Gesangsausbildung hat, meisterte die Partie mit Bravour, wie die Kritik einhellig lobte.

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Gemischte Reaktionen des Publikums

Die Premiere endete mit einem geteilten Echo. Während ein Teil des Publikums begeistert applaudierte, waren auch deutliche Buhrufe zu hören. Diese galten offenbar nicht Ceylans Leistung, sondern der Regie von ... (hier fehlt der Name im Original). Die Inszenierung sei „mutig“ und „provokant“, so der Tagesspiegel, aber nicht unumstritten.

Die Staatsoper selbst zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf des Abends. Intendant ... (Name fehlt) betonte, dass man mit Ceylan einen Künstler gewonnen habe, der ein neues Publikum an die Oper heranführe. „Bülent Ceylan ist ein Phänomen. Er schafft es, Menschen zu erreichen, die sonst nie in die Oper kommen würden“, so der Intendant.

Ein Coup für die Staatsoper

Die Entscheidung, Ceylan zu besetzen, ist Teil einer Strategie, die Oper für ein breiteres Publikum zu öffnen. Die „Entführung aus dem Serail“ mit ihrer orientalischen Thematik und ihren aktuellen Bezügen zu Themen wie Migration und kultureller Identität bietet sich dafür an. Ceylan selbst sagte vor der Premiere: „Ich bin stolz, Teil dieser Produktion zu sein. Es ist eine Ehre, an der Staatsoper zu stehen.“

Die Kritiken in den Medien fielen gemischt aus. Während die „Berliner Zeitung“ von einem „gelungenen Experiment“ sprach, kritisierte die „FAZ“ die Inszenierung als „überladen“. Der Tagesspiegel resümierte: „Die Staatsoper hat mit Ceylan einen Coup gelandet, der die Diskussion um die Zukunft der Oper befeuert.“

Ausblick

Die „Entführung aus dem Serail“ mit Bülent Ceylan wird noch bis Ende des Monats an der Staatsoper Berlin gezeigt. Die Nachfrage nach Karten ist groß, viele Vorstellungen sind bereits ausverkauft. Ob Ceylan auch in Zukunft an der Staatsoper zu sehen sein wird, ist noch offen. Der Comedian selbst schloss eine weitere Zusammenarbeit nicht aus: „Wenn die Chemie stimmt, gerne wieder.“

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