Bares für Rares: Warhol-Papiertüte sorgt für Bieterduell am 26. Juni
Warhol-Papiertüte: Bieterduell bei Bares für Rares

Warhol-Tüte wird zum Überraschungshit

Bei der ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“ sorgte am Freitag, dem 26. Juni 2026, eine unscheinbare Papiertüte für ein spektakuläres Bieterduell. Das Objekt, bedruckt mit Andy Warhols berühmtem Campbell’s-Tomatensuppen-Motiv, erzielte am Ende 1.650 Euro – knapp unter der Expertise von 1.700 bis 2.000 Euro, aber weit über dem Startgebot von 500 Euro. Verkäufer Franz-Josef aus Flensburg hatte die Tüte Anfang/Mitte der 1990er-Jahre in einer Hamburger Galerie erworben und jahrzehntelang in seinem Büro hängen lassen, wie er Moderator Horst Lichter erzählte. Als ehemaliger Verpackungsagent fühlte er sich dem Stück beruflich verbunden, trennt sich nun aber nach dem Ende seiner Karriere davon.

Kunstgeschichte zum Mitnehmen

Die Papiertüte stammt aus dem Jahr 1966 und entstand im Kontext einer Warhol-Ausstellung im Institute of Contemporary Art in Boston. Sie diente als praktisches Goodie für Besucher, etwa zum Transport von Einkäufen oder Ausstellungsmaterial. Obwohl nicht signiert, trägt sie den farbigen Siebdruck des weltberühmten Suppendosenmotivs, mit dem Warhol Alltagsware zur Kunst erhob. Expertin Dr. Bianca Berding (49) bescheinigte der Tüte einen „richtig guten Zustand“ und hob die attraktive Farbgebung hervor. Kleine druckbedingte Farbflecken wertete sie nicht als Makel, sondern als charmante Eigenheit. Die genaue Auflagenzahl der Tüten ist nicht bekannt, da sie einst in großen Stapeln für die fünfwöchige Ausstellung gedruckt wurden. Ein Großteil ging über die Jahrzehnte kaputt oder wurde entsorgt, was die Tüte zu einer echten Rarität macht.

Händlerduell um Pop-Art-Schatz

Im Händlerraum begann das Bieten bei 500 Euro und schnellte in Sekundenschnelle auf 1.650 Euro hoch. Den Zuschlag erhielt schließlich Händler Julian Schmitz-Avila (39). „Viel Geld für ein Papiertütchen“, kommentierte Kollege Waldi (59) schmunzelnd. Verkäufer Franz-Josef hatte sich ursprünglich 2.500 Euro gewünscht, zeigte sich aber zufrieden mit dem Ergebnis. Die Tüte ist ein Paradebeispiel dafür, wie Pop-Art selbst alltägliche Gegenstände zu begehrten Sammlerstücken macht.

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Weitere Raritäten der Sendung

Neben der Warhol-Tüte präsentierte die Sendung weitere Fundstücke mit spannenden Geschichten. Marius und Melissa aus der Nähe von Sindelfingen brachten einen keramischen Krabbenteller mit Krebs- und Muschelmotiven mit, den Melissa für einen Euro im Trödelladen erstanden hatte. Dr. Bianca Berding ordnete das Stück der portugiesischen Manufaktur Lica zu und schätzte es trotz kleiner Schäden auf 250 bis 300 Euro. Milena und Alice aus Wipshausen bei Braunschweig ließen ein geerbtes Schmuckset aus Ring und Kettenanhänger mit Saphiren und Brillanten bewerten. Patrick Lessmann (51) datierte den Schmuck in die 1970er-Jahre und taxierte ihn auf 1.200 bis 1.400 Euro.

Bert aus Gera präsentierte eine silberne Menage mit Glaseinsätzen für Essig, Öl und Senf, die er im Internet gekauft hatte. Patrick Lessmann datierte das Stück auf etwa 1860 bis 1870 und schätzte es auf 400 bis 450 Euro. Gabi und Dieter aus St. Georgen im Schwarzwald trennten sich von Dieters alter Steiff-Puppe „Hanno“, die ihn seit seiner Kindheit begleitete. Detlev Kümmel (58) datierte die Puppe auf 1919 bis 1921 und schätzte ihren Wert auf 200 bis 250 Euro. Die Sendung zeigte einmal mehr, dass selbst unscheinbare Objekte überraschende Werte entfalten können – und dass die Geschichten dahinter oft den größten Schatz darstellen.

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