Charli XCX, Willow, The Strokes, Apsilon: Alben der Woche im Soundcheck
Alben der Woche: Charli XCX, Willow, The Strokes, Apsilon

Charli XCX: „Music, Fashion, Film“ – Ein introspektives Aftermovie

Nach dem überwältigenden Erfolg ihres giftgrünen Meisterwerks „BRAT“ (2024) legt Charli XCX mit „Music, Fashion, Film“ ein melancholisches, introspektives Album vor. Gemeinsam mit ihren langjährigen Produzenten A.G. Cook und Finn Keane verarbeitet sie die Erfahrungen ihrer „brat era“ zu einem Indie-lastigen Aftermovie. Die Platte kreist um die Themen Ruhm, Identität, Celebrity-Kultur und die Vergänglichkeit all dessen. Ilona Hartmann, freie Autorin und Texterin, beschreibt es als „eine Lektion in Storytelling, Zeitgeistverständnis und künstlerischem Selbstverständnis“.

Willow: „The Thread“ – Das achte Album mit Jazz-Einflüssen

Die 25-jährige Willow Smith veröffentlicht mit „The Thread“ bereits ihr achtes Album und das zweite in diesem Jahr. Nach „Empathogen“ (2024) setzt sie weiterhin auf Jazz-Sounds und widmet sich inhaltlich dem Menschsein im weitesten Sinne: Selbstreflexion, Kommunikation und Beziehungen. Dabei greift sie den zeitgeistigen Begriff der Wahrheit auf und thematisiert die Schwierigkeit, diese zu fassen. Musikalisch unterstreicht sie dies durch Wechsel von Tempo, Strukturen und Melodien. Laurina Schräder von radioeins hebt hervor, dass Willow „offensiv die Jazz-Sounds einbindet“.

The Strokes: „Reality Awaits“ – Entfremdung und politische Töne

Die Strokes präsentieren sich auf „Reality Awaits“ als vitale kreative Einheit, trotz überwiegend ermatteter Midtempo-Songs und Balladen. Das Album ist inhaltlich nachdenklich und von Entfremdung sowie politischen Tönen durchzogen. Torsten Groß, Moderator, betont: „Die Strokes haben die Indie-Rock-Heydays der frühen Nullerjahre weit hinter sich gelassen.“ Anders als viele sie zuletzt als unablässig tourende Live-Nation-Cashcow wahrnahmen, zeigen sie hier ihre künstlerische Tiefe.

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Apsilon: „Glanz Null“ – Kapitalismuskritik und messerscharfe Reime

Der Rapper Apsilon aus Moabit legt mit „Glanz Null“ ein Meisterwerk vor, das persönliche Befindlichkeiten als gesellschaftliche Symptome lesbar macht. Nach seinem Debütalbum 2025, das mit Songs wie „Baba“ und „Haut wie Pelz“ eine selbstbewusste Tonlage in den deutschen Rap einführte, widmet er sich nun den Enttäuschungen des Kapitalismus. „Die einen schießen sich in’n Weltraum, und die andern hier schießen sich in’n Kopf“, heißt es in einem Text. Kai Müller vom Tagesspiegel lobt: „Seine Gabe ist phänomenal, eine widersprüchliche Gefühlslage in messerscharfen Reimen zu verdichten, die auch an Häuserwänden stehen könnten.“ Apsilon projiziert eigene Ängste auf eine dem Untergang geweihte Welt und sucht nach einem Ausweg.

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