Der Filmemacher und Autor Alexander Kluge ist tot. Wie der Suhrkamp Verlag unter Berufung auf seine Familie dem SPIEGEL bestätigte, starb er bereits am Mittwoch im Alter von 94 Jahren in München.
Kluge wurde 1932 in Halberstadt als Sohn eines Landarztes geboren. Nach dem Abitur studierte er Jura, Geschichte und Kirchenmusik. Sein Referendariat absolvierte er am Frankfurter Institut für Sozialforschung, wo Theodor W. Adorno sein Mentor war.
Bekannt wurde Kluge als einer der einflussreichsten Vertreter des Neuen Deutschen Films. 1962 war er Mitunterzeichner des Oberhausener Manifests. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen „Abschied von gestern“ und „Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos“. Als Autor gehörte er zur Gruppe 47.
Kluge lehrte ab 1963 an der Hochschule für Gestaltung in Ulm und ab 1973 an der Universität Frankfurt. 1987 gründete er die Produktionsfirma dctp, die private Sender mit Kulturbeiträgen versorgte. Für sein Werk erhielt er unter anderem den Georg-Büchner-Preis.
Noch vor wenigen Wochen sprach Kluge mit der „Zeit“ über seinen verstorbenen Freund Jürgen Habermas. Dabei äußerte er sich kritisch über die „dunkle Aufklärung“ aus dem Silicon Valley.



