Alfons findet nach 26 Jahren seine DDR-Trainingsjacke wieder
Alfons findet nach 26 Jahren seine DDR-Jacke

Glückliches Ende für Emmanuel Peterfalvi: Der deutsch-französische Kabarettist, der als Alfons im Fernsehen bekannt wurde, hat nach 26 Jahren ein zweites Exemplar seiner Kult-DDR-Trainingsjacke gefunden. Und das ausgerechnet dort, wo alles begann.

Ein besonderer Moment

„Ich hatte richtig Tränen in den Augen“, sagte der 59-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Die orangefarbene Trainingsjacke aus DDR-Zeiten ist ein Markenzeichen seiner Kunstfigur. Viele erkennen Alfons am Puschel-Mikro und dem französischen Akzent, doch die Jacke ist mehr als nur ein Kostüm. Sie stammt aus dem Fundus der Firma Theaterkunst, wo Peterfalvi das erste Exemplar im Jahr 2000 entdeckte – kurz darauf war TV-Reporter Alfons geboren.

Jahrelange Suche

„Irgendwann habe ich verstanden, dass die Jacke mein Kapital ist. Ich habe nur eine. Wenn die verloren geht, habe ich ein Riesenproblem“, erklärte Peterfalvi. Deshalb suchte er jahrelang nach einem Pendant: Er beauftragte Studenten, Secondhand-Läden zu durchstöbern, schaltete einen Alarm bei eBay, startete Aufrufe in Ostdeutschland. Trotz vieler Rückmeldungen war die richtige Jacke nie dabei. Schließlich ließ er zwei Kopien anfertigen, aber diese fühlten sich „wirklich anders“ an, da sie nicht aus Dederon bestanden – der DDR-Alternative zu Nylon.

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Tipp eines Zuschauers

Der Durchbruch kam durch einen Zuschauer, der per Mail berichtete, die Jacke auf der Internetseite der Theaterkunst in Berlin gesehen zu haben. „Ich dachte: Moment, ich habe alles gemacht, überall gesucht. Nur an eine Sache habe ich nie gedacht. Nämlich direkt an der Quelle zu fragen: Hattet ihr damals vielleicht zwei?“, so der Kabarettist. Vor zwei Monaten besuchte er den Kostümfundus in Berlin – und fand die Jacke. „Das war ein mega Moment“, sagte er. Am nächsten Tag trat er direkt mit ihr auf. „Seitdem trage ich sie bei jedem Auftritt. Die alte Jacke bleibt im Schrank und freut sich, ihre Zwillingsschwester wiedergefunden zu haben.“

Original oder nicht?

Für Peterfalvi besteht kein Zweifel, dass es sich um einen originalen Ersatz handelt. „Ich sehe das am Optischen, am Etikett. Das Etikett der alten Jacke ist nach den Reinigungen verloren gegangen, aber ich wusste noch sehr genau, dass dort Dederon draufsteht. Ich habe so viele andere Jacken gesehen, die ähnlich waren. Das ist sie.“

Ein besonderer Kauf

Die „Zwillingsjacke“ durfte Peterfalvi ausnahmsweise von der Theaterkunst kaufen. Normalerweise werden Kostüme nur an Filmschaffende und Produktionen verliehen, nicht an Privatpersonen. Der Erlös geht an Peterfalvis Grand-Mère-Stiftung, die sich für Demokratiebildung und Toleranz einsetzt. Andrea Peters, Geschäftsführerin der Theaterkunst, erklärte, dass für sie außer Frage gestanden habe, die Jacke in diesem besonderen Fall zu verkaufen.

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