Ein Film wie ein musikalisches Erlebnis
Man wippt im Rhythmus der Jazzmusik, schmunzelt, fasst wieder Mut – so beschreibt Andreas Borcholte das Kinoerlebnis von „Dao“. Der Film von Alain Gomis erzählt von schönen und schrecklichen Familienfeiern und erschafft ein meisterlich immersives Panorama afrikanischer Diaspora-Erfahrungen.
Die Handlung: Eine Reise durch die Diaspora
Im Mittelpunkt steht eine Familie, deren Mitglieder zwischen verschiedenen Kontinenten und Kulturen pendeln. Die Handlung entfaltet sich in episodenhaften Szenen, die mal heiter, mal bedrückend sind. Gomis gelingt es, die Zerrissenheit und zugleich die Stärke der afrikanischen Diaspora einzufangen.
Ästhetik und Inszenierung
Die Kameraarbeit ist nah und einfühlsam, die Jazzmusik untermalt die Emotionen perfekt. Besonders beeindruckend sind die langen Einstellungen, die den Zuschauer mitten ins Geschehen ziehen. Die Darstellerin Correa glänzt in ihrer Rolle als duldsame Königin.
Warum „Dao“ ein besonderes Kinoexperiment ist
Gomis vermeidet klassische Erzählmuster und setzt stattdessen auf eine assoziative Bildsprache. Der Film ist kein typisches Drama, sondern ein poetisches Werk, das die Sinne anspricht. Er fordert den Zuschauer heraus, sich auf die Rhythmen und Stimmungen einzulassen.
Fazit
„Dao“ ist ein wunderbares Kinoexperiment, das lange nachwirkt. Es zeigt, wie Kino Brücken zwischen Kulturen bauen kann. Ein unbedingtes Muss für alle, die sich für zeitgenössisches Weltkino begeistern.



