Potsdamer Kult-Kino Defa70 öffnet wieder für zwei Sommerfilmabende
Defa70 in Potsdam: Zwei letzte Sommerfilmabende im August und September

Das legendäre Potsdamer Kino Defa70 öffnet in diesem Sommer an zwei Abenden wieder seine Türen für die Öffentlichkeit. Nach 25 Jahren Schließung können Filmfans am 20. August und 3. September 2024 die historischen Säle erleben. Gezeigt werden die Filme „Victoria“ von Sebastian Schipper und „Gundermann“ von Andreas Dresen. Die Vorführungen beginnen jeweils um 19 Uhr, Karten sind über das Portal Eventbrite erhältlich.

Geschichte des Defa70: Vom Vorzeigekino zum Geheimtipp

Das Defa70 wurde 1965 im Herzen des Defa-Filmgeländes in Babelsberg eröffnet und war auf das 70-Millimeter-Breitbildformat spezialisiert. Es diente nicht nur als öffentliches Kino, sondern auch als Ort der offiziellen Abnahme aller Defa-Filme. Nach der Wende wurde es mehrfach umbenannt: Von „Defa Studio-Kino“ (ab 1991) zu „Studio-Kino Babelsberg“. Mit der Eröffnung des UCI am Hauptbahnhof 1999 verlor es an Publikum und wurde 2001 endgültig geschlossen.

Wiederbelebung durch Initiative aus Babelsberg

Ermöglicht wurde die temporäre Öffnung durch eine Initiative der Filmuniversität Babelsberg, des Streaminganbieters Filmfriend und der Postproduktionsfirma Rotor Film. Letztere nutzt den Saal des Defa70 als Studio für die Nachbearbeitung internationaler Produktionen, darunter „Matrix Resurrections“ und „Triangle of Sadness“. Die Organisatoren betonen, dass es sich um eine punktuelle Wiederbelebung handelt – das Kino bleibt im Alltag geschlossen.

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Die beiden letzten Filmtermine im Detail

Am 20. August steht „Victoria“ auf dem Programm – ein Film, der aus einer einzigen 140-minütigen Kameraeinstellung besteht und 2015 mit fünf Deutschen Filmpreisen ausgezeichnet wurde. Regisseur Sebastian Schipper wird persönlich anwesend sein. Am 3. September folgt „Gundermann“, ein Spielfilm über den Poeten und Baggerfahrer Gerhard Gundermann, gedreht vom Potsdamer Regisseur Andreas Dresen. Der Film feierte 2018 Premiere und gewann unter anderem den Deutschen Filmpreis für das beste Drehbuch. „Es ist eine besondere Gelegenheit, diese Filme an einem so historischen Ort zu sehen“, so ein Sprecher der Initiative.

Bedeutung für die Filmstadt Potsdam

Die Wiedereröffnung des Defa70 ist ein kulturelles Highlight für Potsdam und unterstreicht die Bedeutung Babelsbergs als Filmstandort. Die Stadt ist bekannt für ihre Filmgeschichte, von der Stummfilmzeit bis zur heutigen Medienproduktion. Die Veranstalter hoffen, dass die Sommerfilmabende das Interesse an der Filmgeschichte wecken und möglicherweise den Grundstein für eine dauerhafte Nutzung legen. „Das Defa70 ist ein Symbol für die Filmkunst in Potsdam. Wir möchten diesen Ort wieder ins Bewusstsein der Menschen rücken“, erklärte ein Vertreter der Filmuniversität.

Praktische Hinweise für Besucher

Die Vorführungen finden im Defa70 auf dem Gelände der Studio Babelsberg statt. Der Einlass beginnt um 18 Uhr. Karten sind ausschließlich online über Eventbrite erhältlich und kosten 12 Euro pro Person. Aufgrund der begrenzten Kapazität wird eine frühzeitige Buchung empfohlen. Weitere Informationen gibt es auf der Website der Initiative.

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