Die Deutsche Bank schließt ihr Ausstellungshaus PalaisPopulaire im Prinzessinnenpalais Unter den Linden in Berlin zum Ende des Jahres 2026. Das gab das Geldhaus am Montag bekannt. Zuvor hatte der „Tagesspiegel“ über die Pläne berichtet. Das PalaisPopulaire war erst 2018 eröffnet worden und hatte sich als Ort für Kunstausstellungen und ein breites Veranstaltungsspektrum etabliert.
Strategische Neuausrichtung des kulturellen Engagements
Britta Färber, Leiterin Kunst und Kultur der Deutschen Bank, erklärte: „Das Programm des Hauses wird planmäßig Ende 2026 auslaufen.“ Zur Begründung verwies sie auf eine „strategische Weiterentwicklung des kulturellen Engagements des Bankhauses, die auch eine Veränderung für das PalaisPopulaire, dem Kulturforum der Deutschen Bank Unter den Linden, mit sich bringe.“ Zum Abschied sei ein großes Kulturfestival geplant, um das PalaisPopulaire gemeinsam mit den Berlinerinnen und Berlinern sowie den Gästen der Stadt zu würdigen.
Neue Formate und Kooperationen ab 2027
Ab 2027 will die Deutsche Bank ihre Kunstförderung neu ausrichten. Im Vordergrund sollen dann die Förderung junger Künstlerinnen und Künstler sowie flexible Formate stehen. Geplant sind Projekte mit Werken aus der hauseigenen Sammlung, die in Kooperation mit verschiedenen Partnern an wechselnden Orten in Berlin stattfinden. Ein neues Exzellenz-Programm soll zudem gezielt Kunstschaffende aus Berlin beim Einstieg in den professionellen Kunstbetrieb unterstützen. Färber betonte: „Unser Ziel war und ist es, den Zugang zu Kunst und Kultur zu fördern. Mit der Neuausrichtung in Berlin möchten wir noch flexibler agieren und neue Kooperationen eingehen. Wir wollen unsere Sammlung, die allein in Berlin rund 2000 Werke umfasst, an verschiedenen Orten erlebbar machen und so für ein breiteres Publikum öffnen.“
Artist of the Year und bestehende Partnerschaften
Auch die Auszeichnung „Artist of the Year“ soll im Zuge der Neuausrichtung angepasst werden. Ab 2027 sollen die prämierten Künstlerinnen und Künstler an wechselnden Orten präsentiert werden. Bestehende Partnerschaften, wie die mit den Berliner Philharmonikern, die die Deutsche Bank seit 1989 unterstützt, sollen fortgeführt und gestärkt werden.
Geschichte des Prinzessinnenpalais
Das PalaisPopulaire im Prinzessinnenpalais hatte vor acht Jahren die ehemalige Deutsche Bank Kunsthalle an der Adresse Unter den Linden 13 ersetzt. Das Gebäude selbst hat eine wechselvolle Geschichte: Errichtet 1733 von Friedrich Wilhelm Dieterichs im Stil des Friderizianischen Rokoko, wurde es 1810–1811 von Heinrich Gentz im Stil des Klassizismus erweitert. Im Zweiten Weltkrieg brannte das Palais aus und wurde 1962 abgerissen. Nach Plänen von Richard Paulick entstand 1963–1964 das Operncafé. Nach der Wende kaufte Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner 2014 das Gebäude von der TLG Immobilien und ließ es nach Plänen des Architekturbüros Kuehn Malvezzi umbauen. Seitdem befindet sich der Hauptzugang wieder in der Oberwallstraße.



