Die „Washington Post“ hat den Shooter-Klassiker „Doom“ in eine Sonderliste zum 250. Geburtstag der USA aufgenommen. Das Spiel aus dem Jahr 1993 ist das einzige Videospiel unter 25 Werken, die laut der Zeitung die Entwicklung des Landes besonders stark beeinflusst haben. Damit reiht sich „Doom“ neben die US-Nationalhymne „The Star-Spangled Banner“, Herman Melvilles Roman „Moby Dick“ und die Comicfigur Micky Maus ein.
Einflussreicher als Windows 95
Die Begründung der „Washington Post“ hebt hervor, dass „Doom“ weit mehr als ein erfolgreiches Spiel war. Als das Studio Id Software 1993 Teile des Spiels kostenlos über das Internet verbreitete, löste dies einen regelrechten Boom aus. Universitätsnetzwerke gerieten zeitweise an ihre Belastungsgrenzen. Der Shooter soll zeitweise auf mehr Rechnern installiert gewesen sein als das Betriebssystem Windows 95.
Besonders betont die Zeitung, dass Entwickler John Carmack den Spielern Werkzeuge zur Verfügung stellte, mit denen sie eigene Inhalte erschaffen konnten. Damit entstand eine frühe Form von nutzergenerierten Inhalten – Jahre bevor dieser Begriff überhaupt geläufig wurde. Auch der technische Einfluss auf die Entwicklung moderner Ego-Shooter spielte bei der Auswahl eine zentrale Rolle.
Kontroversen und Anerkennung
Die Geschichte von „Doom“ ist jedoch nicht frei von Schattenseiten. Mitte der 1990er-Jahre nutzte das US-Militär „Doom II“ zu Trainingszwecken. Nach dem Amoklauf an der Columbine High School 1999 geriet der Shooter erneut in den Fokus, als er zum Symbol der Debatte über Gewalt in Videospielen wurde. Auch in Deutschland entfachte damals die Diskussion um sogenannte „Killerspiele“.
Trotz aller Kontroversen wächst die Anerkennung für den Titel bis heute. Erst kürzlich nahm die Library of Congress den legendären Soundtrack von „Doom“ in die National Recording Registry auf – eine weitere Würdigung seines kulturellen Stellenwerts.
Die Reihe lebt weiter
Auch die Spielereihe selbst bleibt erfolgreich. Nach dem Neustart im Jahr 2016 erschien mit „Doom: The Dark Ages“ 2025 der bislang jüngste Ableger. Gleichzeitig lebt das Original von 1993 weiter: Vor allem Bastler sorgen immer wieder für Schlagzeilen, indem sie den Klassiker auf den ungewöhnlichsten Geräten zum Laufen bringen – und ein Ende dieses Trends ist weiterhin nicht in Sicht.



