Andrea Kiewel entschuldigt sich für rassistischen Spruch im ZDF-Fernsehgarten
Kiewel entschuldigt sich für rassistischen Spruch

Die 61-jährige Moderatorin Andrea Kiewel hat sich nach einem umstrittenen Spruch in der Sendung „ZDF-Fernsehgarten“ für ihre Äußerung entschuldigt. In der Live-Sendung vom Sonntag, die unter dem Motto „90er Dance Party“ stand, kommentierte Kiewel eine japanische Pokémon-Karte mit den Worten „Chinesisch“ und fügte das lautmalerische „Ching Chong Chang“ hinzu. Dies löste in sozialen Netzwerken Empörung aus und führte zu Rassismusvorwürfen.

Vorfall im Fernsehgarten: Pokémon-Karten als Auslöser

Im Rahmen des 90er-Jahre-Themas präsentierten zwei Sammlerinnen Kiewel verschiedene Pokémon-Karten, darunter ein Set in mehreren Sprachen. Beim Betrachten einer japanischen Karte bemerkte die Moderatorin: „Chinesisch“ und ergänzte: „Ching Chong Chang“. Diese Äußerung, die als rassistisches Stereotyp gegen Asiaten gilt, sorgte umgehend für Kritik. Nutzer in sozialen Medien warfen Kiewel vor, „Alltagsrassismus in den Medien“ zu reproduzieren. Ein Kommentar lautete: „Die Aussage beweist, wie tief der Alltagsrassismus in den Medien sitzt. Dass Kiewel japanische Schriftzeichen zu chinesischen umdeutet, ist problematisch genug. Ihr nachgeschobenes ‚Ching Chong Chang‘ ist die Reproduktion von rassistischen Stereotypen, die viele asiatische Menschen tagtäglich erleben.“

Reaktion von ZDF und Kiewel: Entschuldigung und Distanzierung

Das ZDF reagierte umgehend auf die Kritik. In einer Stellungnahme des Senders hieß es: „Andrea Kiewel bedauert ihre Worte und entschuldigt sich dafür. Die spontan getätigte Äußerung war der Live-Situation geschuldet und keinesfalls rassistisch gemeint.“ Weiter betonte der Sender: „Das ZDF stellt sich explizit gegen jede Form von Rassismus.“ Kiewel selbst äußerte sich zunächst nicht persönlich, ließ aber über den Sender mitteilen, dass sie ihre Wortwahl bedauere. Der Vorfall ist nicht der erste kontroverse Moment im „Fernsehgarten“: In der Vergangenheit sorgten bereits ein Sturz einer Sängerin von der Bühne oder Kiewels spontane Sprünge in den Pool für Diskussionen.

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Hintergrund: Pokémon und kulturelle Sensibilität

Die Sendung stand unter dem Motto „90er Dance Party“ und thematisierte das Pokémon-Universum, das in den 1990er Jahren mit einem japanischen Game-Boy-Spiel seinen Anfang nahm. Pokémon, kurz für „Pocket Monsters“, umfasst heute Videospiele, TV-Serien und Kinofilme und wird weltweit gesammelt. Die Verwechslung von japanischer und chinesischer Schrift sowie der Gebrauch von „Ching Chong Chang“ – ein abwertender Laut, der asiatische Sprachen parodieren soll – werden von Kritikern als Ausdruck mangelnder kultureller Sensibilität gewertet.

Auswirkungen und Debatte

Der Vorfall hat eine breite Debatte über Rassismus in den Medien ausgelöst. Viele Nutzer forderten Konsequenzen für Kiewel und das ZDF. Bislang sind jedoch keine weiteren Maßnahmen bekannt. Die Entschuldigung des Senders wird von einigen als unzureichend angesehen, während andere die Aufrichtigkeit der Reaktion betonen. Der „Fernsehgarten“ bleibt eine der quotenstärksten Sonntagssendungen im deutschen Fernsehen, steht aber regelmäßig wegen seiner oft improvisierten und unkonventionellen Moderation in der Kritik.

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