Der mexikanische Regisseur Michel Franco ist bekannt für seine provokanten Gesellschaftsdramen. Sein neuer Film „Dreams“ erzählt von Macht, Sex, sozialem Status und dem Mythos der amerikanischen Einwanderernation. Die Handlung beginnt in einem schicken Bistro, wo eine wohlhabende Frau ohne Blick auf die Speisekarte Wolfsbarsch bestellt – sie ist hier zu Hause. Ihr Begleiter, ein mexikanischer Migrant, studiert hilflos das Menü, das er nicht versteht. Sie sieht ihn ungeduldig an, doch nicht sie hilft ihm, sondern der freundliche mexikanische Kellner. Die Dynamik am Tisch kippt schlagartig.
Ein Film über Machtverhältnisse und Abhängigkeiten
„Dreams“ zeigt die ungleiche Beziehung zwischen einer reichen Frau und einem jungen Mexikaner, der von einem besseren Leben in den USA träumt. Franco, der für seine schonungslosen Porträts sozialer Ungleichheit bekannt ist, inszeniert diesen Klassenkampf mit harter Direktheit. Die Frau, gespielt von Jessica Chastain, nutzt ihre Machtposition aus, während der Mann, dargestellt von dem mexikanischen Schauspieler Gael García Bernal, zwischen Hoffnung und Erniedrigung schwankt. Der Film enthält explizite Szenen, die die sexuelle Spannung und die ökonomische Abhängigkeit der Figuren zeigen.
Kritik am amerikanischen Traum
Franco stellt den Mythos der USA als Einwanderungsland infrage. Der Traum von Freiheit und Wohlstand entpuppt sich als Illusion. Stattdessen regieren Ausbeutung und Klassenschranken. Die Reaktionen auf den Film sind gespalten: Während einige Kritiker die Radikalität loben, bemängeln andere die Überzeichnung der Charaktere. Laut dem Branchenportal „Variety“ sorgte der Film bei den Filmfestspielen in Venedig für kontroverse Diskussionen. „Franco zeigt die hässliche Seite des Kapitalismus“, schrieb ein Kritiker.
Ein provokantes Werk mit polarisierender Wirkung
„Dreams“ ist kein Film für ein breites Publikum. Die drastischen Szenen und die politische Botschaft stoßen viele ab. Dennoch ist das Werk ein wichtiger Beitrag zur aktuellen Debatte über Migration und soziale Ungleichheit. Franco selbst sagt: „Ich wollte zeigen, wie Machtverhältnisse auch intime Beziehungen durchdringen.“ Der Film läuft derzeit in ausgewählten Kinos und wird voraussichtlich im Herbst auf Streaming-Plattformen erscheinen.



