Street-Art in Berlin: Fuchsjagd macht glücklich
In Berlin tauchen immer wieder kleine weiße Fuchsfiguren an ungewöhnlichen Orten auf – auf Straßenschildern, Laternen oder sogar auf der Oberbaumbrücke. Der anonyme Street-Art-Künstler dahinter hat nun eine interaktive Fuchsjagd gestartet. Unter dem Instagram-Account i.found.the.fox versteckt er bunte Versionen der Füchse in der ganzen Stadt. Wer einen findet, darf ihn behalten.
Der Künstler im Hintergrund
Der Künstler möchte anonym bleiben, da seine Aktionen nicht legal sind. Er wirkt wie ein Student, ist aber älter. Vor zehn Jahren zog er nach Berlin, fasziniert von den kulturellen Möglichkeiten. Schon bald begann er, Füchse zu zeichnen. Vor etwa einem Jahr druckte er die ersten 3D-Figuren und klebte sie in Städten auf. Seit einigen Monaten startete er das interaktive Versteckspiel.
Er arbeitet an der Schnittstelle von Kultur, Bildung und sozialer Arbeit. In seiner Jugend lebte er in einer außereuropäischen Graffiti-Metropole, was ihn prägte. Street-Art ermöglicht ihm, die Umwelt mitzugestalten. „Manche beschränken sich auf die eigenen vier Wände, andere nicht“, erklärt er.
Die Fuchsjagd im Detail
Die Füchse werden einhändig versteckt, während die andere Hand filmt. Die Videos werden online gestellt. Zusätzlich hängt er DIN-A4-Zettel auf, um Passanten zur Suche einzuladen. Oft sind die Füchse nach Minuten gefunden. Die Reaktionen sind überwältigend positiv: Dankesvideos und nette Nachrichten überhäufen den Künstler. „Sie schreiben, dass ich ihnen eine Freude bereitet habe“, sagt er.
Warum Füchse?
„Füchse sind super, jeder mag Füchse. Sie sind schlau, nachts unterwegs und niedlich. Sie gehören für mich zu Berlin“, so der Künstler. Er sieht Städte als monoton und möchte mit seinen Füchsen Individualität und Freude in den Alltag bringen. „Mir macht es Spaß, Verstecke zu suchen, und meinen Followern scheint es auch Spaß zu machen.“
Ob seine Kunst als Vandalismus gilt, lässt er offen: „Das liegt im Auge des Betrachters. Ich versuche, möglichst wenige zu stören.“ Der Fuchs in Friedrichshain war übrigens schon gefunden, bevor er die Zettel aufhängen konnte.



