Plötzlich sitzt sie in der Badewanne oder läuft über die Wohnzimmerwand: Für viele Menschen ist der erste Impuls klar – die Spinne muss weg. Nicht selten wird sie eingefangen, eingesaugt oder sogar getötet. Dabei sind Hausspinnen meist harmlose Mitbewohner, die im Alltag sogar nützlich sind. Denn ausgerechnet die Tiere, die viele Menschen fürchten, helfen dabei, andere ungeliebte Besucher in der Wohnung in Schach zu halten.
Was Spinnen eigentlich fressen
Spinnen ernähren sich vor allem von tierischer Beute. Auf ihrem Speiseplan stehen Insekten und andere wirbellose Tiere wie Fliegen, Mücken, Motten, Blattläuse, Trauermücken, Weiße Fliegen, Silberfischchen oder sogar andere Spinnen, wie PETBOOK berichtet. Ihre Beute wird zunächst mit Verdauungssaft zersetzt und verflüssigt. Anschließend saugt die Spinne die Nahrung auf. Dabei gehen die Tiere ganz unterschiedlich vor. Manche bauen Netze und warten auf ihre Opfer. Andere lauern gut getarnt auf Blüten oder gehen aktiv auf die Jagd. Netzspinnen, Krabbenspinnen und Springspinnen nutzen jeweils eigene Strategien, um Beute zu machen.
Darum sind Hausspinnen so nützlich
Gerade in Wohnungen und Häusern erfüllen Spinnen eine Aufgabe, die oft unterschätzt wird. Sie fangen zahlreiche kleine Tiere, die Menschen meist deutlich lästiger finden. Die Große Winkelspinne, oft einfach Hausspinne genannt, frisst unter anderem Mücken, Silberfischchen und Mehlmotten. Auch die Große Zitterspinne hält Insekten mit ihren Netzen fest. Genau deshalb rät das Umweltbundesamt davon ab, Spinnen im Haus zu bekämpfen oder zu töten. Die Tiere übertragen keine Krankheiten, verursachen keine Gebäudeschäden und gelten in Deutschland überwiegend als ungefährlich. Wer dennoch keine Spinne in der Wohnung haben möchte, sollte das Tier möglichst schonend umsiedeln. Mit einem Glas und einem Stück Papier lässt sich die Spinne meist problemlos einfangen und an einen anderen Ort bringen. So bleibt das Tier am Leben und kann seine wichtige Rolle weiter erfüllen.
Millionen Tonnen Beute jedes Jahr
Wie bedeutend Spinnen als Jäger sind, zeigen Berechnungen der Wissenschaftler Martin Nyffeler von der Universität Basel und Klaus Birkhofer von der Universität Gießen. Demnach fressen Spinnen weltweit jedes Jahr rund 400 bis 800 Millionen Tonnen Beute. Das ist etwa so viel, wie die Menschen weltweit an Fleisch und Fisch verzehren. Besonders in Wäldern, Graslandschaften und Savannen tragen Spinnen dazu bei, Insektenpopulationen zu regulieren. Zwar frisst nicht jede Hausspinne enorme Mengen an Beute. Die Zahlen verdeutlichen aber die große ökologische Bedeutung der Tiere.
Sind Spinnen gefährlich?
Die meisten Spinnen in Deutschland sind für Menschen ungefährlich. Sie verhalten sich nicht aggressiv und versuchen normalerweise zu fliehen oder sich totzustellen, wenn sie sich bedroht fühlen. Bisse sind selten. Nur wenige Arten, darunter Dornfinger-Arten und die Nosferatu-Spinne, können die menschliche Haut überhaupt durchdringen. Selbst dann wirkt das Gift heimischer Arten kaum stark. Anders kann die Lage bei exotischen Spinnen als Haustieren sein. Wer Vogelspinnen oder andere Terrarien-Spinnen hält, sollte sich genau über Haltung, Fütterung, Giftwirkung und den sicheren Umgang informieren.
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